|

Mit seinem A1
spielt Audi jetzt auch wieder in der Kleinwagenklasse mit. Knappe 12
cm ist er größer als der A2 war. Er ist deutlich dynamischer
gezeichnet, mit 1,42 m deutlich flacher – eben kein Minivan wie
der A2. Dafür ist er aber gute 7 cm breiter, was dem Platzangebot für
die Passagiere sehr entgegen kommt. Gebaut wird der A1 – wie vor
ihm der A2 (1999 bis 2005) – in Neckarsulm. Der A1 ist eine eher
sportliche Ergänzung der Ingolstädter Fahrzeugpalette nach unten,
aber kein Nachfolger des praktisch veranlagten A2. Vielmehr hat er
BMWs erfolgreichen Mini im Visier. Technisch teilt er sich die
Plattform mit dem VW Polo V sowie dem Seat Ibiza IV. Einen ersten
Eindruck vermittelte eine kurze Ausfahrt mit dem
1,2-Liter-Einstiegsmotor und 86 PS in der höheren Ausstattungslinie
Ambition.
Mit seinen 3,95 m
Länge ist der Audi A1 noch so eben ein Kleinwagen. Sportliche drei
Türen bieten einen akzeptablen Zugang zum Innenraum, wenn der A1
mit einer Einstiegshilfe („Komforteinstieg“) versehen ist (Serie
bei Ambition, optional im Sitzpaket für Attraction bestellbar)
sogar für die Hinterbänkler. Die Übersicht über die Karosserie
ist in Ordnung, gegen einen zusätzlichen Obolus gibt es
Einparkhilfen für vorne und hinten. Vier Personen finden
ausreichend Ellenbogenfreiheit in beiden Sitzreihen, dennoch sitzen große Leute hinten bei großen Passagieren vorne und wegen
der abfallenden Dachlinie nicht gerade luftig.

Dank seiner höheren
Bauform fasste der der A2 trotz schmalerer Karosserie deutlich mehr
Gepäck. Beim A1 passen 270 Liter unter der serienmäßigen Gepäckraumabdeckung.
Der A2 hatte ein Fassungsvermögen von 390 Litern. Ab der
Basisversion asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitze ermöglichen
die Erweiterung des Laderaumes auf bis zu 920 Liter (der A2
schluckte maximal 1.140 Liter). Verzurrösen erleichtern das Sichern
von Ladung. Die maximal erlaubte Zuladung beträgt 375 kg, auch hier
durfte der A2 mit 440 kg mehr schultern.

Hochwertig und gut
verarbeitet ist die Innenausstattung. Dekorelemente
in Aluoptik verraten die Ambition-Ausstattung. Klassisch anmutende
Rundinstrumente sind übersichtlich in der Anordnung und ergonomisch
Handhabung.

Zwei
Ausstattungslinien bietet Audi seinen Kunden für den A1 an. Die
Basisversion heißt Attraction und kommt serienmäßig mit
funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern, einem mp3-fähigen CD-Radio,
Sportlenkrad im Drei-Speichen-Design, getönter Wärmeschutzverglasung
rundum und 15-Zoll-Stahlrädern mit Radabdeckungen. Hier ist nur der
Fahrersitz höhenverstellbar. Die höhere Ausstattungslinie Ambition
verfügt darüber hinaus über einen Komforteinstieg (Easy Entry),
Bordcomputer mit Fahrerinformationssystem, Nebelscheinwerfer,
Sportfahrwerk, ein Sport-Lederlenkrad, Sportsitze vorne sowie eine
Auspuffblende in Hochglanzoptik. Hier ist auch der Beifahrersitz höhenverstellbar,
beide Vordersitze verfügen über eine Lendenwirbelstütze. Eine
Klimaanlage gehört lediglich beim sportlichen Topp-Modell mit 185
PS zur Serienausstattung. Die Aufpreisliste ist lang und teuer:
Klimaanlage, Xenon-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, Licht- und
Regensensor, beheizbare Außenspiegel, Panoramadach, Alarmanlage,
Lederausstattung, Geschwindigkeitsregelung,
Bluetooth-Freisprecheinrichtung, höherwertige Audiosysteme sowie
Navigationssysteme.
Die
Antriebsaggregate der Baureihe stammen aus dem Konzernregal und
bieten bewährte Technik. Drei Turbo-Benzindirekteinspritzer und
einen TDI umfasst die Motorenpalette, die damit einen
Leistungsbereich zwischen 86 und 185 PS abdeckt. Wir fuhren den 86
PS starken Basisbenziner, einen 1.2 TFSI. Der
Vierzylinder-Zweiventiler hängt gut am Gas. Munter ist er im
Antritt und ordentlich im Durchzug. Dabei läuft der Motor ruhig und
vibrationsarm und ist im Innenraum dank guter Dämmung kaum zu
vernehmen. Natürlich reißt er keine Bäume aus, aber die gefühlte
Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h ist schneller, als es die
11,7 Sekunden vermuten lassen. Auch 180 km/h Höchstgeschwindigkeit
reichen allemal. Serienmäßig gibt es eine manuelle Schaltung mit fünf
Gängen, deren Abstufungen lang und auf Kraftstoffeffizienz
ausgelegt sind. Leichtgängig und präzise lässt sich der
Schalthebel führen. Alle Modelle des A1 besitzen serienmäßig ein
Start-Stopp- und ein Rekuperationssystem (laut Duden "Verfahren
zur Vorwärmung von Luft durch heiße Abgase"), mit denen der Verbrauch
reduziert werden kann – bei entsprechender Fahrweise. Entsprechend
niedrig gibt Audi den Verbrauch von seinem Kleinwagen an: 6,2 Liter
Superkraftstoff je 100 km in der Stadt, 4,4 Liter außerorts und 5,1
Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (ermittelt unter
Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die
Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 118 g pro km.
Der Fronttriebler
verfügt über eine direkte und präzise Lenkung sowie über ein
straffes Fahrwerk. Serienmäßig steht die Ambition-Version nämlich
auf einem Sportfahrwerk stelle des
Dynamikfahrwerks der Basisversion. Sportlich-agil ist der Ingolstädter
unterwegs. Zackig nimmt er forsch angegangene Kurven, da kommt
Freude auf. Problemlos ist er im Handling: leichte Tendenzen zum
Untersteuern lassen sich durch gefühlvolles Gaswegnehmen unter
Kontrolle halten. Serienmäßig steht der A1 auf 15-Zoll-Stahlrädern
mit Radabdeckungen und 185/60er Reifen. Unser Ambition-Modell fährt
ab Werk auf 16-Zoll-Leichtmetallern mit Reifen im Format 215/45 vor.
Gut verzögern die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet).
Passive
Sicherheit bietet die Stahlkarosserie mit definierten Knautschzonen
im Front- und Heckbereich sowie Seitenaufprallschutz in Türen, B-Säulen
und Schwellern. Der Passagierraum verfügt über Kopfstützen und
Dreipunkt-Sicherheitsgurte, aktive Kopfstützen vorne, Front- und
Seitenairbags vorne, Kopfairbags für vorne und hinten,
Sicherheitslenksäule sowie Isofix-Kindersitzverankerungen hinten.
Die Möglichkeit zur Deaktivierung des Beifahrerairbags (zur Montage
von Kindersitzen gegen die Fahrtrichtung) kostet extra. Im EuroNCAP
nach den neuen Bewertungsnormen (seit 2009) erreichte der A1 das
Maximum von fünf Sternen für seine Sicherheit. Das neue System berücksichtigt
neben Insassen- und Kindersicherheit sowie Fußgängerschutz auch
die serienmäßige Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs mit
Fahrassistenzsystemen. Die reichen zeitgemäßerweise von ABS mit
Elektronischer Bremskraftverteilung EBV, Bremskraftverstärker und
Bremsassistent bis zum Elektronischen Stabilitätsprogramm ESP mit
Antriebsschlupfregelung ASR und elektronischer Differenzialsperre
EDS. Optional gibt es Xenonlicht sowie eine Reifendruckkontrolle,
die für die Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften nötig ist.
Ein Notrad findet sich auf der Zubehör-Preisliste. Serienmäßig an
Bord ist ein Reifen-Reparaturset mit Dichtmittel und Kompressor.
Audis zweiter
Versuch in der Kleinwagenklasse kostet ab 15.800 Euro – mit
86-PS-Benzinmotor in der Basisausstattung Attraction. In der
gehobeneren Ambition-Ausstattung sind beim Basismotor ab 17.200 Euro
fällig. Dazu kommen Aufpreise für Metallic-, Perleffekt- oder
Sonder-Lackierungen, Klimaanlage, Xenon-Scheinwerfer und
Panoramadach sowie die verschiedensten Ausstattungspakete. Audi
setzt da preislich eine hohe Latte für die avisierte jüngere Käuferschicht.
Wenn sich der A1 nicht bei zahlungskräftiger Kundschaft etablieren
kann, droht ihm das gleiche Schicksal wie dem kompakten
Leichtbaumodell A2: Er war seiner Zeit voraus, aber viel zu teuer!
Und seine Produktion wurde 2005 sang- und klanglos eingestellt.

Audi
gibt zwei Jahre Neuwagengarantien ohne Kilometerbegrenzung, drei
Jahre auf den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Anschlussgarantien für bis zu weitere drei Jahre
(maximale Gesamtlaufleistung 150.00 km) gibt es gegen Aufpreis. Die
Berechnung der Inspektionsintervalle übernimmt der Bordcomputer,
eine Serviceintervallanzeige informiert den Fahrer: Je nach Motor,
Fahrstil und Einsatzbedingungen verstreichen bis zur nächsten
Wartung bis zu 30.000 km oder zwei Jahre. Die Versicherungen stufen
das Modell in die Typklassen 13 / 16 / 18 (KH
/ VK / TK) ein.

|