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Schnuckelig sieht
er aus, der Alfa Romeo MiTo. Von vorne bis hinten ist er pfiffig
gestaltet, das kommt vor allem mit roter Lackierung (Rosso Guilietta)
sehr gut heraus. Chrome-Line-Fensterrahmen, Chromrahmen für Front-
und Heckleuchten, Leichtmetallräder und das verchromte Endrohr
verraten die sportliche Turismo-Ausstattung. Was der MiTo außer optischen Vorzügen noch zu
bieten hat, zeigte ein Test mit einem 120 PS starken Modell mit
Common-Rail-Diesel.
Weit nach hinten
gezogene Türen sowie Easy-Entry-Funktionen für beide Vordersitze
erleichtern den Zugang auch für die Fondpassagiere. Leider schränken
seine optischen Vorzüge die Übersicht ziemlich ein. Die optionale
Einparkhilfe hinten (aus dem Komfortpaket oder auch einzeln verfügbar)
ist dringend zu empfehlen.
Das Platzangebot
ist auf den vorderen Plätzen großzügig und auch für größer
gewachsene Menschen mehr als ausreichend. Die Sitze sind straff und
bieten exzellenten Seitenhalt. Die Rückbank ist als Dreisitzer
nicht unbedingt für längere Strecken zu empfehlen, die
Ellenbogenfreiheit eher bescheiden. Auch die Kopffreiheit ist eher für
Italiener und Japaner ausgelegt , größer gewachsene Insassen
stoßen da schnell an ihre Grenzen. Der Radstand von 2,51 m hat eher
Kleinwagenformat, die Karosserielänge von 4,06 m sprengt diese
Grenzen jedoch. Der Laderaum fasst zwischen 270 und 950 Liter,
letzteres bei Umklappen der hier asymmetrisch geteilten Rückbanklehne.
Die maximal erlaubte Zuladung geht hier mit 405 kg in Ordnung.

Im Innenraum
verraten Einstiegsleisten mit Edelstahleinsatz und die Carbon-Optik
des Armaturenbrettes die Turismo-Ausstattung. Diese ist zwar aus
Kunststoff, macht aber in keinster Weise einen billigen Eindruck.
Die Materialqualität geht ebenso in Ordnung wie die solide
Verarbeitung. Das Cockpit ist übersichtlich und ergonomisch in der
Bedienung. Die Navigation im USB-Stick rechnet langsam, was die
Zieleingabe etwas verzögert, zumal sie sich aus Sicherheitsgründen
nur im Stehen betätigen lässt. Ist das System erst einmal
programmiert, funktioniert es reibungslos, die Koordinationsdaten
werden im Info-Display des Armaturenbrettes zwischen Tacho und
Drehzahlmesser angezeigt.

Schon in der
Basisausstattung ist der MiTo gut ausgestattet u. a. mit einer
funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren und
beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern, Wärmeschutzverglasung
rundum, CD-Radio, Easy-Entry-Funktionen für die Vordersitze, eine
umklappbare Rückbank und Tagfahrlicht sowie einer breiten Palette
an Fahrassistenzsystemen. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar und
verfügt über eine einstellbare Lendenwirbelstütze. Die
sportlichere Turismo-Ausstattung verfügt darüber hinaus serienmäßig
über optische Extras außen wie innen, eine Klimaanlage, Spiegel in
beiden Sonnenblenden, Lenkrad und Schaltknauf in Leder,
16-Zoll-Leichtmetallräder sowie ein Multifunktionsdisplay. An
Sonderausstattung verfügt unser MiTo unter anderem über das
Sportpaket I (wie weiße Instrumentenbeleuchtung, Nebelscheinwerfer,
Heckspoiler und 17-Zoll-Leichtmetallräder), das Komfortpaket (wie
Mittelarmlehne vorne, Lendenwirbelstütze auf dem Beifahrersitz,
Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat und Parksensoren hinten) sowie die asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbank
mit dritter Kopfstütze und fünftem Sitzplatz,
Bi-Xenon-Scheinwerfer, Blue&Me Navigation mit
Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Reifendrucksensoren (für die
Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften) und ein
Multifunktionslenkrad.
Der
1,6-Liter-Common-Rail-Dieselmotor mit neu entwickeltem Turbolader
leistet 120 PS. Ein 1,3-Liter-Diesel mit 90 PS sowie drei Benziner
zwischen 95 und 155 PS runden die Motorenpalette ab. Der Turbo bei
unserem Testwagen setzt früh ein und treibt den Italiener mit
Vehemenz nach vorne, Durchzug und Leistungsentfaltung stimmen. Das
serienmäßige D.N.A.-System bietet dem Fahrer eine
Overboost-Funktion, die die Fahrdynamik deutlich erhöht. Die Abkürzung
steht für Dynamic, Normal und All Weather. Die
dreistufige Fahrdynamikregelung greift auf die Elektronik-Kennfelder
von Motor, Getriebe, Lenkung sowie des elektronischen Stabilitätssystems
VDC zu. Im Dynamic-Modus steigt das maximale Drehmoment von 280 Nm
bei 1.500 Touren auf 320 Nm bei 1.750 U/min. Der Motor hängt dann
noch besser am Gas und es geht so richtig die Post ab! Im warmen
Zustand läuft das Aggregat recht ruhig, kann aber auch dann den
Selbstzünder nicht ganz verleugnen. Aufdringlich wirkt er dabei
aber nicht!

Das manuelle
Sechsgang-Schaltgetriebe ist in den unteren Gängen sehr kurz für
den flotten Antritt, in den höheren Gängen dann immer länger übersetzt
für maximale Kraftstoffökonomie. Knackig und präzise flutsch der
Schaltknüppel durch die kurzen Gassen, dass es die wahre Freude
ist! Aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt er im Normalmodus in
9,8 Sekunden, bei 198 km/h erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit.
Bescheiden ist er im Verbrauch: 5,9 Liter Dieselkraftstoff
konsumiert er auf 100 km innerorts, 4,1 Liter sind es außerorts und
4,9 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand).
Der Motor erfüllt bereits – wie alle Motoren der Baureihe – die
Abgasnorm EU5, den Partikelfilter hat er serienmäßig, der
CO2-Ausstoß beträgt 126 g pro km.
Der MiTo verfügt
über Frontantrieb, glänzt mit einem guten Geradeauslauf und
begeistert mit seiner sehr
direkten und präzisen Lenkung. Sportlich-straff ist das Fahrwerk
ausgelegt, er ist agil und dynamisch im Handling. Flink wie ein
Wiesel zirkelt er auch um enge Kurven, ein minimales Untersteuern kündigt
das Nahen des Grenzbereichs an. Plötzliche Ausweichmanöver
absolviert er spurtreu und sicher, den flott gefahrenen Slalom
problemlos und solide.

Anstelle
der beim Turismo serienmäßigen 16-Zöller (mit 195/55er Reifen)
steht unser Testwagen auf 17-Zöllern mit 215/45er Bereifung. Das
verbessert Seitenführung ebenso wie die Übertragung von Bremskräften.
Die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) verzögern gut
ansprechend, prompt und spurtreu.
Sicherheit
für die Insassen bieten die auf Crashverhalten optimierte
Karosserie, Seitenaufprallschutz, sieben Airbags (Front, Seite, Kopf
sowie Knieairbag für den Fahrer), Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte
auf allen fünf Plätzen, aktive Kopfstützen vorne sowie
Kindersitzbefestigung Isofix. Ein Warnsignal für nicht angelegte
Gurte gibt es hier nicht nur für die Vordersitze, sondern auch für
die Rückbank. Der Beifahrerairbag ist abschaltbar, so dass
Kindersitze auch gegen die Fahrtrichtung montiert werden können. Fünf
Sterne für Insassensicherheit verdiente sich der Alfa MiTo beim
EuroNCAP, drei Sterne für Kindersicherheit sowie zwei Sterne für
Fußgängerschutz. An aktiven Fahrassistenten ist der MiTo schon
serienmäßig mit allem ausgestattet, was heutzutage gang und gäbe
ist: die dynamische Fahrstabilitätskontrolle VDC (Vehicle Dynamics
Control, heißt woanders ESP) umfasst ABS, Antriebsschlupfregelung
(ASR), einen hydraulischen Bremsassistenten (HBA), elektronische
Bremskraftverteilung (EBD), eine Kurvenbremskontrolle (CBC), ein
dynamischer Lenkassistent (DST), elektronische Differenzialsperre,
Motorschleppmomentregelung (MSR) und eine Berganfahrhilfe
Tagfahrlicht ist serienmäßig, die Bi-Xenon-Scheinwerfer sind als
Sonderausstattung zu haben. Optional gibt es Reifendrucksensoren,
die für die Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften
vorgeschrieben sind.
Den Alfa Romeo
MiTo gibt es zu Preisen ab 14.700 Euro – in Basisausstattung und
mit 1,4-Liter-Ottomotor. Der 1.6-Liter-JTDM ist ab 17.950 Euro in
der Basisausstattung bzw. 19.450 Euro in der Turismo-Ausstattung zu
haben. Dazu kommen Sport-Paket 1 und Komfort-Paket sowie diverse
Extras, die sich natürlich auch alle im Preis niederschlagen.
Zwei Jahre
Garantie gibt Alfa Romeo auf den Neuwagen, drei Jahre auf den Lack
und acht Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Dazu gibt es
eine zweijährige europaweite Mobilitätsgarantie. Über die
Herstellergarantien hinaus gehende Garantiepakete gibt es gegen
Aufpreis für bis zu weitere drei Jahre und eine Gesamtlaufleistung
von 200.000 km. Zum Service bzw. Ölwechsel muss der große Diesel
alle 35.000 km. Es gibt eine Service-Intervall-Anzeige. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 17 / 19 / 22 (KH
/ VK / TK) ein.
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