Citroen C1 1.0 (Facelift)

Fahrbericht.
Citroen C1 1.0 Exclusive (Facelift)
Sparsamer Stadtfloh
Von Petra Grünendahl

Zum Modelljahr 2012 wurde der Citroen C1 zum zweiten Mal in seiner Laufzeit (seit 2005) einem Facelift unterzogen. Diesmal fiel es zumindest optisch etwas umfangreicher aus als 2008. Völlig neu gestaltet wurde die Frontpartie, hochwertiger ist der Innenraum und überarbeitet wurde der Motor. Der C1 ist zu 90 Prozent identisch mit dem Peugeot 107 und dem Toyota Aygo, mit denen er zusammen im tschechischen Werk von Toyota Peugeot Citroën Automobile (TPCA) in Kolin gebaut wird.

Preislich bildet der C1 den Einstieg in die Kleinstwagen-Kooperation. Dafür ist hier die Serienausstattung beim Basismodell nicht ganz so umfangreich wie bei den Schwestermodellen. Wir fuhren das neue Modell mit 68 PS starkem Einliter-Ottomotor in der Top-Ausstattung Exclusive.

 

Je nach Ausführung bieten drei oder fünf „Türen“ Zugang zum Innenraum. Vier Passagiere finden hier Platz. Die Übersicht über die Karosserie ist gut, eine Einparkhilfe hinten gibt es optional als Zubehör. Das Platzangebot in dem 3,44 Meter langen Gefährt passt in die Fahrzeugkategorie. Allzu groß sollte man als Beifahrer nicht sein – schon gar nicht für einen Platz im Fond. Knappe  139 Liter unter der Gepäckraumabdeckung fasst der Laderaum, der durch Umklappen der ab der Tendance-Ausstattung mittig geteilten Rückbanklehne auf bis zu 712 Liter (beim Dreitürer, beim Fünftürer: 751 Liter) erweitert werden kann. Das Cockpit ist ordentlich in der Materialqualität und sauber verarbeitet. Eher verspielt gestaltet, aber sparsam instrumentiert: Die übersichtliche Gestaltung erleichtert die Bedienung von Schaltern und Anzeigen.

Drei Ausstattungslinien hat der Käufer zur Wahl: Die Basisversion heißt Attraction und umfasst manuell von innen einstellbare Außenspiegel, eine Radiovorbereitung mit Antenne und Kabeln, ein umklappbare Rückbanklehne sowie 14-Zoll-Stahlfelgen. Das Lenkrad ist höhenverstellbar. Die Seitenscheiben hinten sind beim Dreitürer fest, beim Fünftürer ausstellbar. Beide Sonnenblenden vorne sind mit abdeckbaren Spiegeln bestückt. Ein paar Features mehr bietet die nächste Variante, Tendance: Serienmäßig gibt es eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne, RDS-Radio mit CD-Spieler, Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe sowie LED-Tagfahrlicht. Die Rückbanklehne ist mittig geteilt. Die Top-Ausstattung Exclusive bringt nun außerdem eine Klimaanlage, Lederlenkrad und –schaltknauf, ein höherwertiges Audiosystem, Privacy Glass (abgedunkelte Scheiben) hinten sowie 14-Zoll-Leichtmetallräder mit.

Der Citroen C1 ist nur mit dem 68 PS starken 1-Liter-Ottomotor zu haben. Der Dreizylinder wurde weiter in puncto Kraftstoffeffizienz optimiert. Natürlich reist das kleine Motörchen mit dem knappe 900 Kilogramm schweren Gefährt keine Bäume aus, aber für einen flotten Antritt und ein akzeptables Durchzugsvermögen reicht es bei dem geringen Gewicht aus. 
Dabei läuft das Aggregat schon ein bisschen rau, die drei Zylinder lassen sich nicht verleugnen. Der Motor braucht etwas Drehzahl: Bei 3.600 U/min. liegt das maximale Drehmoment von 93 Nm an. Für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 braucht er 13,5 Sekunden, bei 160 km/h erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit. Serienmäßig an Bord ist ein manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe, welches sich locker und präzise schalten lässt. Ebenfalls im Angebot ist ein automatisiertes Fünfgang-Schaltgetriebe (ESG), welches aber einen etwas höheren Verbrauch aufweist.

Unser handgeschalteter C1 ist sparsam: Nur 5,1 Liter Superkraftstoff verbrennt der Dreizylinder je 100 km Stadtverkehr, 3,8 Liter sind es außerorts und 4,3 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 99 g pro km (ESG 104 g). In der Relation von Größe/Gewicht zum Verbrauch reicht das für die Effizienzklasse C. Ein Hintergrundpapier zur Pkw-Verbrauchskennzeichnung finden Sie im Internet unter: Faktenpapier Effizienzlabel.

 

Der Fronttriebler gehört zur den problemlosen Begleitern. Das Fahrwerk rollt geschmeidig ab und besitzt auch bei flotterer Gangart ausreichend Sicherheitsreserven. Die Lenkung spricht präzise an und setzt die Lenkbefehle des Fahrzeugführers ohne Verzögerung um. Sicher und ohne tückische Lastwechselreaktionen absolviert er flotten Kurvenfahrten ebenso wie plötzliche Spurwechsel. Serienmäßig steht der C1 auf 14-Zoll-Rädern mit 155/65er Reifen. Innenbelüftete Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten verzögern ganz ordentlich.

Schutz für die Insassen im Falle eines Unfalles bieten die stabile Sicherheitskarosserie mit Seitenaufprallschutz und deformierbaren Zonen vorne und hinten. Im Innenraum schützen zudem Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen (vorne in die Sitze integriert) auf allen vier Plätzen, Fahrer- und Beifahrerairbag und Seitenairbags vorne. Der Beifahrerairbag ist deaktivierbar, damit dort auch Kindersitze gegen die Fahrtrichtung montiert werden können. Ab Tendance gibt es zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten. Kopfairbags für vorne und hinten gibt es gegen Aufpreis. Bereits zum Marktstart 2005 wurde der C1 einem Crashtest nach EuroNCAP unterzogen. Damals gab es vier Sterne für Insassenschutz, vier Sterne für Kindersicherheit und zwei Sterne für Fußgängerschutz. Auch wenn die serienmäßige Komfortausstattung beim Basismodell eher bescheiden ist, die Sicherheitsausstattung ist es nicht: An serienmäßigen Fahrassistenzsystemen sind ab der Basisversion ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBV sowie das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit Antriebsschlupfregelung ASR und ein Kurvenbremsstabilisator CSC (Cornering Stability Control) vorhanden. Ein Ersatzrad ist unter dem Fahrzeugboden angebracht.

 

Ab 9.450 Euro ist der Citroen C1 nach dem Facelift in der Einstiegsversion Attraction als Dreitürer zu haben. Ab 10.450 Euro gibt es die Variante Tendance, ab 11.900 Euro das Top-Modell Exclusive. Die Fünftürer sind jeweils 440 Euro teurer. Aufpreis kosten Metallic- oder Sonderlackierungen, Kopfairbags, Lederausstattung, das ESG-Getriebe sowie diverses Zubehör und Ausstattungspakete.

Citroen gibt eine zweijährige Neuwagengarantie inkl. Mobilitätsgarantie, 3 Jahre auf den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis gibt es Garantieverlängerungen und Wartungs-Pakete (ggf. inkl. Verschleißteile). Zum Service muss der C1 alle 30.000 km. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 14 / 14 / 14 (KH / VK / TK) ein.

© Juni 2012
Petra Grünendahl
, Fotos: Citroen

Teilen ...

Share to Google Buzz
Share to Google Plus
Share to LiveJournal
Dieser Beitrag wurde unter Auto-Redaktion, Automobiltest, Autotest, Autotestbericht, Fahrbericht, Fahrtest, Fahrzeugtest, Testbericht abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.