Fiat Punto III 1.3 Multijet

Fahrbericht.
Fiat Punto III 1.3 Multijet Easy (Facelift 2012)
Europäischer Bestseller – noch einmal aufpoliert
Von Petra Grünendahl

Die auffälligste äußerliche Änderung beim aktuellen Facelift des Fiat Punto III: die Chromleiste an der Front entfällt. Außerdem ergänzen neue Motoren das Angebot. Einen neuen Anstrich bekam auch der Name: Statt Grande Punto (Modellbezeichnung seit Markteinführung, schließlich war die dritte Generation gute 20 Zentimeter länger als der Vorgänger, der noch eine Zeit lang weiter gebaut wurde) und Punto Evo (seit dem Facelift 2009) gibt es jetzt nur noch den Punto, was die Sache für potenzielle Käufer sehr vereinfacht. Im Herbst 2011 wurde das Facelift-Modell in Frankfurt auf der IAA vorgestellt. Jetzt kam er auf dem Markt. Wir fuhren das Modell mit dem überarbeiteten 1,3-Liter-Multijet-Dieselmotor mit 85 PS in der Ausstattungslinie Easy.

 

Guten Zugang zum Innenraum bieten bei unserem Testfahrzeug fünf Türen. Die Übersicht über die 4,07 Meter lange Karosserie ist in Ordnung, die optionalen Parksensoren hinten trotzdem eine gute Empfehlung. Das Platzangebot ist für einen Kleinwagen angemessen. Der Laderaum lässt sich von 275 Liter auf 1.030 Liter erweitern, wenn man die Rückbanklehne umklappt. Die asymmetrische Teilung der Rücksitzbank ist nur in der Top-Ausstattung Sport Serie und darunter gegen Aufpreis zu haben. Materialqualität und Verarbeitung sind gut. Das Armaturenbrett ist aufgeräumt und übersichtlich in der Handhabung.

Die Ausstattungen heißen nun Pop, Easy und Sport statt bisher Active, MyLife und Dynamic. In der Basisversion Pop sind serienmäßig eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer, Radiovorbereitung mit Antenne und Lautsprechern, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, Wärmeschutzverglasung, Tagfahrlicht sowie 15-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden an Bord. Die Ausstattungslinie Easy kommt darüber hinaus mit Lenkrad und Schaltknauf in Leder, CD-Radio, Klimaanlage, Blue&Me-Freisprecheinrichtung sowie ein Blue&Me-TomTom-Navigationssystem (portabel mit Halterung/Vorrüstung). Gegen Aufpreis gibt es bei unserem Fünftürer die elektrischen Fensterheber hinten.

Überarbeitet wurde der 1,3-Liter-Multijet-Turbodiesel-Direkteinspritzer (Common-Rail) mit 85 PS. Der Antritt ist angemessen, Durchzug und Leistungsentfaltung gehen in Ordnung, wenn man erst einmal in Fahrt gekommen ist. Optimierungen am Motor betrafen vor allem den Durchzug: Das maximale Drehmoment von 200 Nm liegt dieseltypisch schon früh, bei 1.500 U/min. an. Mehr hat hier der baugleiche, 10 PS stärkere 1.3er Multijet mit 95 PS auch nicht zu bieten. Dennoch gibt Fiat für den Motor eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in 13,1 Sekunde an (beim 95-PS-Motor 11,7 Sekunden). Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h fließt man im flotten Autobahnverkehr ganz gut mit. Das Start-Stopp-System gehört zur Serienausstattung (außer beim 1.2 8V) und hilft, beim Stehen im Stadtverkehr, den Spritverbrauch zu senken. Serienmäßig an Bord der Turbodiesel ist ein manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe, welches sich butterweich und zielgenau schaltet.

Der neue Dieselmotor ist die Sparbüchse der Baureihe, auch der erst ab Frühjahr/Sommer 2012 verfügbare 0,9-Liter-TwinAir-Benziner liegt im Verbrauch minimal darüber. Auf 100 km innerorts rinnen 4,4 Liter Dieselkraftstoff durch die Brennräume, 2,9 Liter sind es außerorts und 3,5 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 90 g pro km. In der Relation von Größe/Gewicht zum Verbrauch reicht das für die Effizienzklasse A. Ein Hintergrundpapier zur Pkw-Verbrauchskennzeichnung finden Sie im Internet unter: Faktenpapier Effizienzlabel.

 

Die Lenkung ist präzise, aber etwas behäbig. Der Fronttriebler ist problemlos im Handling. Ein leichtes Untersteuern in zu schnell angegangenen Kurven lässt sich durch gefühlvolles Lupfen des Gaspedals unter Kontrolle kriegen. Plötzliche Spurwechsel und Ausweichmanöver meistert er sicher und spurtreu. Serienmäßig steht der Punto auf 15-Zoll-Rädern mit 185/65er Reifen. Ordentliche Leistungen bietet eine Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten.

Eine hochstabile Karosseriestruktur mit Sicherheitsfahrgastzelle, deformierbaren Aufprallzonen vorne und hinten sowie Seitenaufprallschutz in den Türen bieten passive Sicherheit. Fünf Drei-Punkt-Sicherheitsgurte, vier Kopfstützen, Frontairbags für Fahrer und Beifahrer, Kopfairbags für beide Sitzreihen sowie eine Anti-Submarining-Struktur auf allen Sitzen (verhindern das Durchtauchen unter dem Sicherheitsgurt bei einem Frontalcrash) und zwei Isofix-Kindersitzvorrüstungen im Fond schützen große und kleine Insassen. Seitenairbags vorne sind der Top-Ausstattung Sport vorbehalten. Die dritte Kopfstütze hinten gibt es nur bei der asymmetrisch geteilten Rückbank (Serie bei Sport, sonst gegen Aufpreis). Ebenso optional sind die aktiven Kopfstützen vorne. Im EuroNCAP erreichte der Punto III 2005 unter der Bezeichnung Grande Punto fünf Sterne für Insassenschutz, drei Sterne für Kindersicherheit sowie drei Sterne für Fußgängerschutz. An Fahrassistenzsystemen fährt der Punto heutzutage serienmäßig mit dem ganzen üblichen Programm von ABS mit Bremsassistent (BAS) über das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit Antriebsschlupfregelung (ASR), Motorschleppmomentregelung (MSR) bis hin zu einer Anfahrhilfe am Berg (Hill Holder) vor. Serienmäßig an Bord ist ein Reifen-Reparaturset mit Dichtmittel und Kompressor.

 

Ab 12.000 Euro ist der Punto zu haben: Dafür gibt es die Basisversion Pop mit 1,2-Liter-Ottomotor und 69 PS. Der 1.3 Multijet mit 85 PS ist ab 15.200 Euro in der Pop-Ausstattung oder ab 16.200 Euro in der Easy-Ausstattung zu haben. Die fünftürige Variante kostet jeweils 800 Euro mehr. Aufpreis kosten Sonder- oder Metalliclackierungen. Zum Marktstart (bis 31. März 2012) bietet Fiat das Einstiegsmodell, den Punto Easy 1.2 als Dreitürer, ab 9.990 Euro an.

Fiat gibt für den Neuwagen eine zweijährige Gewährleistung ohne Kilometerbegrenzung, drei Jahre Garantie auf den Lack, acht Jahre Garantie auf die Karosserie sowie ein europaweite Mobilitätsgarantie in den ersten beiden Zulassungsjahren. Gegen Aufpreis ist eine Garantieverlängerung für bis zu drei Jahre zu haben. Die Serviceintervalle betragen 30.000 km oder zwei Jahre. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 16 / 19 / 21 (KH / VK / TK) ein.

© Februar 2012
Petra Grünendahl
, Fotos: Fiat

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