Hyundai i40 2.0 GDI Premium

Fahrbericht.
Hyundai i40 2.0 Premium
Viel Auto für wenig Geld
Von Petra Grünendahl

Elegant geschnitten und wie aus einem Guss wirkt der neue Hyundai i40, mit dem die Koreaner in der Mittelklasse punkten wollen. Gebaut wird der Kombi im südkoreanischen Werk Ulsan, konzipiert und entwickelt wurde er aber – für den europäischen Markt – in Hyundais Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Seit diesem Sommer ist er auf dem deutschen Markt, ein Stufenheck soll bis Jahresende folgen. Eine Ausfahrt in einem i40 mit Zweiliter-Ottomotor, 177 PS in der Top-Ausstattung Premium vermittelte einen ersten Eindruck.

 

Der koreanische Mittelklasse-Kombi misst 4,77 m in der Länge. Guten Zugang zum Innenraum bieten fünf Türen. Das Platzangebot ist bei einem Radstand von 2,77 m in beiden Reihen gut. Wenn vorne große Leute sitzen, wird hinten die Kniefreiheit spürbar enger. Die Kopffreiheit im Fond ist nur für kleinere bis normal gewachsene Menschen ausreichend. Die früh abfallende Dachlinie hat – ebenso wie die deutlich ansteigende Gürtellinie ihren Preis: Die Übersicht nach hinten ist auch nicht wirklich prickelnd. Eine Einparkhilfe für vorne und hinten ist aber ab der zweiten Ausstattungslinie Style Serie (darunter aufpreispflichtig zu haben). Der Laderaum fasst gute 533 Liter Ladung. Durch Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne ist er auf bis zu 1.719 Liter erweiterbar. Im Innenraum gibt es – in Relation zur Preisklasse – weder an der Materialqualität noch an der Verarbeitung etwas auszusetzen. Ergonomische Gestaltung und übersichtliche Anordnung von Schaltern und Anzeigen erleichtern die Handhabung.

Drei Ausstattungslinien stehen für den i40 zur Wahl. Die Basisausstattung Comfort ist für unseren (stärkeren) Benzinmotor nicht verfügbar. Das Basismodell kommt serienmäßig mit all den kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern rundum, Dachreling und Gepäckraumtrennnetz, Bordcomputer, Klimaanlage, Lichtsensor, Audiosystem mit CD-Radio und Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie 16-Zoll-Stahlmetallrädern mit Radzierblenden (und Reifenreparaturset). Ab der Style-Ausstattung sind darüber hinaus automatisch abblendende Innenspiegel, Regensensor, Geschwindigkeitsregelung, Sitzheizung vorne, eine Einparkhilfe vorne und hinten sowie 16-Zoll-Leichtmetaller (inkl. Notrad) mit an Bord. Das Top-Modell heißt Premium. Hier gehören zusätzlich Xenon-Scheinwerfer, schlüsselloses Smart-Key-System, Scheibenwischer-Enteiser, Privacy Glass hinten (abgedunkelte Seiten- und Heckscheiben), ein Gepäckraumordnungssystem, Sitzheizung hinten sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder zur Serienausstattung. Die Außenspiegel sind elektrisch anklappbar. An aufpreispflichtigen Extras hat unser Testwagen ein Navigationssystem mit TMC, ein Panorama-Hub-/Schiebedach, das Relax-Paket ( mit elektrisch einstellbarem Fahrersitz mit Memory-Funktion, kühlbaren Vordersitzen, beheizbarem Lenkrad und Seitenairbags hinten) sowie das Technik-Paket (u. a. mit Reifendruckkontrolle, Adaptivem Fahrlicht ADLS, Einparkassistent und Spurhalteassistent) mit an Bord.

 

Zusammen mit dem i40 führte Hyundai seine neuen Benzin-Direkteinspritzer ein: Einen 1.6 GDI (Gasoline Direct Injection) mit 135 PS und unseren 2.0 GDI mit 177 PS. Unser Zweiliter-Aggregat ist der Top-Motor der Baureihe. Der Reihenvierzylinder ist sehr ordentlich im Antritt und ausreichend souverän in Durchzug und Leistungsentfaltung. Das 1,6 t schwere Gefährt bringt der Motor angemessen auf Touren. Sein maximales Drehmoment von 213 Nm liegen erst bei 4.700 U/min. an, allerdings steht auch darunter ausreichend Drehmoment zur Verfügung, um den Wagen zügig zu bewegen. Ruhig und vibrationsarm ist sein Lauf. Das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe ist leichtgängig und präzise zu schalten.

 

In 9,7 Sekunden beschleunigt der Kombi aus dem Stand auf Tempo 100, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 212 km/h. Dabei verbraucht er auf 100 km innerorts 9,4 Liter Superkraftstoff und außerorts 5,6 Liter. Im gemischten Verbrauch nach EU-Norm rinnen 6,8 Liter durch seine Brennräume (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 159 g pro km.

Der Hyundai i40 ist dank Frontantrieb ein problemloser Begleiter. Gut ist sein Geradeauslauf, leichtgängig und präzise seine Lenkung. Die Federung ist eher komfortabel ausgelegt, aber mit der für ausreichende Sicherheitsreserven nötigen Straffheit. Problemlos und weitgehend neutral lässt er sich auch flotter durch Kurven navigieren. Ausweichmanöver meistert er ohne tückische Lastwechselreaktionen. Das Basismodell steht auf 16-Zöllern mit 205/60er Reifen. Die Top-Ausstattung bringt sogar 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 215/50er Reifen mit. Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) verzögern sicher und standfest. Serienmäßig ist ab dem Basismodell eine Elektronische Parkbremse.

Die Insassen schützt eine Sicherheitskarosserie mit formstabiler Fahrgastzelle, Seitenaufprallschutz und definierten Knautschzonen. Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf allen Sitzplätzen, aktive Kopfstützen vorne, Front- und Seitenairbags vorne, Vorhangairbags für beide Sitzreihen, ein Knieairbag für den Fahrer und zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten gehören zur Serienausstattung. Seitenairbags hinten gibt es gegen Aufpreis (im Relax-Paket). Der Beifahrer-Airbag ist deaktivierbar: das erlaubt, Kindersitze gegen die Fahrtrichtung zu montieren. Im EuroNCAP nach den neuen Bewertungsnormen (seit 2009) erreichte der i40 kürzlich das Maximum von fünf Sternen für seine Sicherheit. Das neue System berücksichtigt neben Insassen- und Kindersicherheit sowie Fußgängerschutz auch die serienmäßige Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs mit Fahrassistenzsystemen. Dazu gehört im i40 die ganze Palette der heutzutage üblichen System von ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBV und Bremsassistent über den Berganfahrassistenten bis hin zum Elektronischen Stabilitätsprogramm ESP und fahrdynamischen Stabilitätsmanagement VSM. Zusätzliche Systeme bietet das optionale Technik-Paket (u. a. mit Reifendruckkontrolle, Adaptivem Fahrlicht ADLS, Einparkassistent und Spurhalteassistent). Die optional erhältliche Reifendruckkontrolle (im Technik-Paket enthalten) ermöglicht die Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften.

 

Ab 23.390 Euro ist der Hyundai i40 zu haben, mit 1,6-Liter-Ottomotor und 135 PS in der Basisausstattung Comfort. Der 2-Liter-Benziner ist erst ab der Style-Ausstattung zu Preisen ab 27.550 Euro verfügbar, in der Premium-Ausstattung ab 31.140 Euro. Aufpreis kosten Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierungen sowie diverse Ausstattungspakete für mehr Komfort und mehr Sicherheit. Kleines Geld für ein ordentliches Auto, was nur eines nicht hat: Prestige.

Hyundai gibt fünf Jahre Garantie auf das Neufahrzeug (ohne km-Begrenzung), fünf Jahre auf den Lack sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Eingeschlossen in die Fahrzeuggarantie ist eine Mobilitätsgarantie über ebenfalls fünf Jahre bei Einhalten der Serviceintervalle sowie eine Kostenübernahme für Wartungsarbeiten. Zum Service muss der i40-Benziner alle 30.000 km oder nach zwei Jahren. Die Versicherungen stufen beide Benziner-Modelle in die Typklassen 16 / 20 / 19 (KH / VK / TK), die Diesel-Modelle in 19 / 20 / 21 ein.

© Oktober 2011
Petra Grünendahl
, Fotos: Hyundai

Teilen ...

Share to Google Buzz
Share to Google Plus
Share to LiveJournal
Dieser Beitrag wurde unter Auto-Redaktion, Automobiltest, Autotest, Autotestbericht, Fahrbericht, Fahrtest, Fahrzeugtest, Testbericht abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.