Opel Zafira B 1.6 CNG Turbo

Fahrbericht.
Opel Zafira B 1.6 CNG Turbo Edition EcoFlex
Ich geb‘ Gas! Ich hab‘ Spaß!
Von Petra Grünendahl

Sparsame Benzinmotoren bauen konnte Opel schon immer. „Ecotec“ hieß seit den Neunziger Jahren das Zauberwort, das nicht nur für minimale Fahrbedürfnisse (wie beim Astra G Eco4) stand. Auch kräftigere Motoren schmückten sich zu Recht mit der Bezeichnung, da der Kraftstoffverbrauch bei souveräner Fahrweise durchaus in einem sehr vernünftigen Verhältnis zur Leistung stand. Das galt sogar für einen 2-Liter-Turbobenziner, den wir im Astra G Caravan OPC fahren durften. Die sparsamsten Modelle einer jeden Baureihe tragen heute den Zusatz „EcoFlex“. Dies gilt auch für die neue Turbo-Version des bekannten 1,6 CNG, die jetzt für den Zafira B verfügbar ist. Die CNG-Varianten des Zafira gelten als monovalent, da sie den Erdgastank nur mit einem Nottank für Benzin kombinieren.

Mit dem Zafira CNG Turbo haben wir nicht zum ersten Mal ein Fahrzeug mit Erdgasantrieb (komprimiertes Erdgas CNG im Gegensatz zu Flüssiggas LPG) zum Test. Über Modelle wie den Ford Focus C-Max CNG sowie den Ford Focus 2 CNG, aber auch einen Focus 2 LPG (Autogas) haben wir bereits geschrieben. Hier fuhren wir die neue Turbo-CNG-Variante vom Zafira B in der Ausstattungsvariante Edition.

 

Mit 4,47 m Karosserielänge hat der Zafira B im Vergleich zum Vorgänger um 15 cm zugelegt. Den Radstand von 2,70 m und die Bodengruppe teilt er sich mit dem Astra H Caravan. Guten Zugang zum Innenraum bieten fünf Türen. Für eine Übersicht ist ab der Edition-Ausführung eine Einparkhilfe für vorne und hinten als Sonderausstattung verfügbar. Trotz der hohen Sitzposition: Eine gute Empfehlung!

Das serienmäßige patentierte Flex7-Sitzsystem setzte schon in der ersten Generation Maßstäbe für Flexibilität, welche absolut konkurrenzlos waren. Nahezu unverändert wurde es aus diesem Grund auch für die zweite Generation übernommen. Das Platzangebot ist in den beiden ersten Reihen nicht zu beanstanden. Die Kniefreiheit ganz hinten hängt davon ab, wie weit die zweite Reihe nach hinten geschoben wird. Die beiden Einzelsitze der dritten Reihe sind komfortabler als noch in der ersten Generation, lassen sich aber unverändert unproblematisch im Laderaumboden versenken. Als Siebensitzer fasst der Kompaktvan bescheidene 140 Liter Ladung hinter der dritten Sitzreihe. Wird diese im Laderaumboden versenkt, passen 645 Liter hinter zweite Sitzreihe des Fünfsitzers. Wird schließlich auch die zweite Sitzreihe umgeklappt und hinter die Vordersitze geschoben, mutiert der Zafira zum zweisitzigen Lademeister mit ebener Ladefläche und 1.820 Litern Fassungsvermögen. Und für den Umbau reichen ein bisschen Geschick und zwei Hände. Optional gibt es einen Beifahrersitz, den man nach vorne umklappen kann, um bis zum Armaturenbrett durchladen zu können.

Materialqualität und Verarbeitung sind ebenso wenig zu beanstanden wie Übersichtlichkeit und Bedienfreundlichkeit des Armaturenbretts. Zahlreiche Ablagen und Fächer erleichtern das Verstauen von Kleinkram … bis hin zu Getränkeflaschen. Vier Ausstattungslinien hat der Käufer zur Wahl. Die Basisausstattung heißt Selection (zu Deutsch: Auswahl) und umfasst … eine „Auswahl“ ;-): eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne, Heizung mit Aktivkohlefilter, ein Triple-Info-Display, Wärmeschutzverglasung und 16-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden. Die Außenspiegel sind manuell von innen einstellbar. Die Ausstattung Edition enthält dann schon eine ganze Reihe kleiner Annehmlichkeiten mehr: u. a. elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Lederlenkrad, Bordcomputer, CD-Radio, Klimaanlage, 16-Zoll-Designräder (Stahlräder mit Radabdeckungen in Leichtmetalloptik), verdunkelte Scheiben im Fond, Geschwindigkeitsregelung und eine Gepäckraumabdeckung. In höheren Ausstattungsvarianten oder als Sonderausstattung gibt es Adaptive Frontscheinwerfer AFL mit Bi-Xenon-Kurvenlicht, elektrische Fensterheber hinten, Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, Leichtmetallräder in 16 oder 17 Zoll, Sportsitze, ein Sicherheitstrennnetz für den Gepäckraum und Lederausstattung. Sogar ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein Panoramadach, ein Navigationssystem und Freisprecheinrichtung sowie eine Einparkhilfe für vorne und hinten ist verfügbar.

 

Drei Benzinmotoren mit zusätzlichen drei Varianten die auf Erdgas oder Flüssiggas optimiert wurden sowie zwei Common-Rail-Diesel in vier Leistungsstufen umfasst die Motorenpalette für den kompakten Van. Der 1,6-Liter-CNG-Benzinmotor basiert auf dem 1,6-Liter-Twinport-Benziner. Bei unserem Test kam eine aufgeladene Variante des CNG mit 150 PS zum Einsatz. Als Saugmotor leistet das CNG-Triebwerk 94 PS. Temperamentvoll ist der Turbo-CNG im Antritt, sehr ordentlich zieht er auch bei höheren Drehzahlen. Dabei läuft er ruhig und vibrationsarm. Das manuelle Sechsganggetriebe schaltet sich leichtgängig, knackig und präzise.

Für die Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht der Ergas-Zafira 11,4 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 200 km/h. Den Verbrauch gibt Opel für den Erdgas-Antrieb an mit 7,1 kg von dem höherwertigen H-Gas je 100 km Stadtverkehr, 3,9 kg außerorts und 5,1 kg im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Neben dem Erdgastank, der 21 kg komprimiertes Erdgas aufnehmen kann, gibt es einen Nottank für 14 Liter Superkraftstoff. Verbrauchswerte im Benzinbetrieb gibt Opel nicht an, aber auch sie dürften in einem vernünftigen Verhältnis zur Leistung stehen. Der Motor erfüllt bereits die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 139 g pro km.

 

Die Lenkung spricht sehr gut an und ist insgesamt auch sehr direkt ausgelegt. Da kommt Freude auf, die der Fronttriebler auf kurviger Piste noch verstärkt. Serienmäßig verbaut ist das IDS-Fahrwerk (Interaktives Dynamisches Fahrsystem), die optionale Variante IDSplus mit elektronischer Dämpferregelung CDC vernetzt Steuergeräte und Sensoren von Fahrassistenzsystemen. Schon das Standard-Fahrwerk überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Fahrkomfort und Sicherheit. Die sportliche Agilität, mit der er sich durch Kurven und Biegungen bewegt, straft seine Ausmaße ebenso wie sein Leergewicht von über 1,5 t Lügen. Problemlos und weitgehend neutral liegt er auf dem Asphalt. Flotte Kurven und plötzliche Ausweichmanöver meistert er spielend, zielgenau und sicher. Unser Turbo-CNG steht auf optionalen 17-Zoll-Rädern mit 225/45er Reifen (Serie 205/55 R 16). Ordentlich und auf den Punkt verzögern Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet).

Im SAFETEC-Sicherheitssystem sind verschiedene Komponenten zusammengefasst: Eine Karosserie mit hochstabiler Fahrgastzelle, Seitenaufprallschutz, höhenverstellbare Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Plätzen, Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere, Kopfairbags an den Fenstern der ersten und zweiten Sitzreihe, Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Außenplätzen der zweiten Sitzreihe, Sicherheitslenksäule und auskuppelnde Pedale. Aktive Kopfstützen vorne kosten extra. Im EuroNCAP erreichte der Zafira B im Jahr 2005 das Maximum von fünf Sternen für Insassenschutz, vier Sterne für Kindersicherheit und zwei Sterne für Fußgängerschutz. An Fahrassistenzsystemen gibt Opel ihm serienmäßig alles mit, was heutzutage Standard ist: ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent, ESPplus und die Traktionskontrolle TCplus sowie die Kurvenbremskontrolle CBC. Serienmäßig an Bord ist ein Reifen-Reparatur-Set. Eine Reifendruckkontrolle (vorgeschrieben für die Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften) ist ab Edition gegen Aufpreis zu haben. Ein Ersatzrad gibt es optional, aber nicht für die CNG-Zafiras, bei denen im Fahrzeugboden die Erdgastanks untergebracht sind.

 

Ab 20.295 Euro ist der Zafira zu haben, mit 1,6-Liter-Ottomotor (mit 115 PS) in der Basisausstattung Selection. Der 1.6 CNG Turbo EcoFlex steht ab 25.735 Euro in der Preisliste, in Edition-Ausstattung ab 27.495 Euro. Metallic-Lackierungen kosten ebenso extra wie verschiedene Sonderausstattungen. Über die bisherige Neuwagen-Garantie von zwei Jahren hinaus (mit optionaler Garantieverlängerung) gibt Opel jetzt eine lebenslange Garantie für den Neuwagenkäufer (bis 160.000 km) beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Ein Zweitbesitzer kann diese Garantie gegen Aufpreis übernehmen. Der Mobilitätsservice gilt ebenfalls beim Einhalten der Service-Intervalle. Eine Hauptinspektion wird nach 24 Monaten oder 60.000 km fällig, die Zwischeninspektion mit Ölwechsel nach 12 Monaten oder 30.000 km. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 20 / 19 / 19 (KH / VK / TK) ein.

© Oktober 2010
Petra Grünendahl
, Fotos: Opel

Teilen ...

Share to Google Buzz
Share to Google Plus
Share to LiveJournal
Dieser Beitrag wurde unter Auto-Redaktion, Automobiltest, Autotest, Autotestbericht, Fahrbericht, Fahrtest, Fahrzeugtest, Testbericht abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.