Alfa Romeo MiTo 1.6 JTDM

Testbericht.
Alfa Romeo MiTo 1.6 JTDM Turismo
Ein Original aus dem Centro Stile
Von Petra Grünendahl

Schnuckelig sieht er aus, der Alfa Romeo MiTo. Von vorne bis hinten ist er pfiffig gestaltet, das kommt vor allem mit roter Lackierung (Rosso Guilietta) sehr gut heraus. Chrome-Line-Fensterrahmen, Chromrahmen für Front- und Heckleuchten, Leichtmetallräder und das verchromte Endrohr verraten die sportliche Turismo-Ausstattung. Was der MiTo außer optischen Vorzügen noch zu bieten hat, zeigte ein Test mit einem 120 PS starken Modell mit Common-Rail-Diesel.

Weit nach hinten gezogene Türen sowie Easy-Entry-Funktionen für beide Vordersitze erleichtern den Zugang auch für die Fondpassagiere. Leider schränken seine optischen Vorzüge die Übersicht ziemlich ein. Die optionale Einparkhilfe hinten (aus dem Komfortpaket oder auch einzeln verfügbar) ist dringend zu empfehlen.

Das Platzangebot ist auf den vorderen Plätzen großzügig und auch für größer gewachsene Menschen mehr als ausreichend. Die Sitze sind straff und bieten exzellenten Seitenhalt. Die Rückbank ist als Dreisitzer nicht unbedingt für längere Strecken zu empfehlen, die Ellenbogenfreiheit eher bescheiden. Auch die Kopffreiheit ist eher für Italiener und Japaner ausgelegt , größer gewachsene Insassen stoßen da schnell an ihre Grenzen. Der Radstand von 2,51 m hat eher Kleinwagenformat, die Karosserielänge von 4,06 m sprengt diese Grenzen jedoch. Der Laderaum fasst zwischen 270 und 950 Liter, letzteres bei Umklappen der hier asymmetrisch geteilten Rückbanklehne. Die maximal erlaubte Zuladung geht hier mit 405 kg in Ordnung.

Im Innenraum verraten Einstiegsleisten mit Edelstahleinsatz und die Carbon-Optik des Armaturenbrettes die Turismo-Ausstattung. Diese ist zwar aus Kunststoff, macht aber in keinster Weise einen billigen Eindruck. Die Materialqualität geht ebenso in Ordnung wie die solide Verarbeitung. Das Cockpit ist übersichtlich und ergonomisch in der Bedienung. Die Navigation im USB-Stick rechnet langsam, was die Zieleingabe etwas verzögert, zumal sie sich aus Sicherheitsgründen nur im Stehen betätigen lässt. Ist das System erst einmal programmiert, funktioniert es reibungslos, die Koordinationsdaten werden im Info-Display des Armaturenbrettes zwischen Tacho und Drehzahlmesser angezeigt.

Schon in der Basisausstattung ist der MiTo gut ausgestattet u. a. mit einer funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern, Wärmeschutzverglasung rundum, CD-Radio, Easy-Entry-Funktionen für die Vordersitze, eine umklappbare Rückbank und Tagfahrlicht sowie einer breiten Palette an Fahrassistenzsystemen. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar und verfügt über eine einstellbare Lendenwirbelstütze. Die sportlichere Turismo-Ausstattung verfügt darüber hinaus serienmäßig über optische Extras außen wie innen, eine Klimaanlage, Spiegel in beiden Sonnenblenden, Lenkrad und Schaltknauf in Leder, 16-Zoll-Leichtmetallräder sowie ein Multifunktionsdisplay. An Sonderausstattung verfügt unser MiTo unter anderem über das Sportpaket I (wie weiße Instrumentenbeleuchtung, Nebelscheinwerfer, Heckspoiler und 17-Zoll-Leichtmetallräder), das Komfortpaket (wie Mittelarmlehne vorne, Lendenwirbelstütze auf dem Beifahrersitz, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat und Parksensoren  hinten) sowie die asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbank mit dritter Kopfstütze und fünftem Sitzplatz, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Blue&Me Navigation mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Reifendrucksensoren (für die Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften) und ein Multifunktionslenkrad.

 

 

Der 1,6-Liter-Common-Rail-Dieselmotor mit neu entwickeltem Turbolader leistet 120 PS. Ein 1,3-Liter-Diesel mit 90 PS sowie drei Benziner zwischen 95 und 155 PS runden die Motorenpalette ab. Der Turbo bei unserem Testwagen setzt früh ein und treibt den Italiener mit Vehemenz nach vorne, Durchzug und Leistungsentfaltung stimmen. Das serienmäßige D.N.A.-System bietet dem Fahrer eine Overboost-Funktion, die die Fahrdynamik deutlich erhöht. Die Abkürzung steht für Dynamic, Normal und All Weather. Die dreistufige Fahrdynamikregelung greift auf die Elektronik-Kennfelder von Motor, Getriebe, Lenkung sowie des elektronischen Stabilitätssystems VDC zu. Im Dynamic-Modus steigt das maximale Drehmoment von 280 Nm bei 1.500 Touren auf 320 Nm bei 1.750 U/min. Der Motor hängt dann noch besser am Gas und es geht so richtig die Post ab! Im warmen Zustand läuft das Aggregat recht ruhig, kann aber auch dann den Selbstzünder nicht ganz verleugnen. Aufdringlich wirkt er dabei aber nicht!

Das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe ist in den unteren Gängen sehr kurz für den flotten Antritt, in den höheren Gängen dann immer länger übersetzt für maximale Kraftstoffökonomie. Knackig und präzise flutsch der Schaltknüppel durch die kurzen Gassen, dass es die wahre Freude ist! Aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt er im Normalmodus in 9,8 Sekunden, bei 198 km/h erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit. Bescheiden ist er im Verbrauch: 5,9 Liter Dieselkraftstoff konsumiert er auf 100 km innerorts, 4,1 Liter sind es außerorts und 4,9 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt bereits – wie alle Motoren der Baureihe – die Abgasnorm EU5, den Partikelfilter hat er serienmäßig, der CO2-Ausstoß beträgt 126 g pro km.

 

Der MiTo verfügt über Frontantrieb, glänzt mit einem guten Geradeauslauf und begeistert mit seiner  sehr direkten und präzisen Lenkung. Sportlich-straff ist das Fahrwerk ausgelegt, er ist agil und dynamisch im Handling. Flink wie ein Wiesel zirkelt er auch um enge Kurven, ein minimales Untersteuern kündigt das Nahen des Grenzbereichs an. Plötzliche Ausweichmanöver absolviert er spurtreu und sicher, den flott gefahrenen Slalom problemlos und solide.

Anstelle der beim Turismo serienmäßigen 16-Zöller (mit 195/55er Reifen) steht unser Testwagen auf 17-Zöllern mit 215/45er Bereifung. Das verbessert Seitenführung ebenso wie die Übertragung von Bremskräften. Die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) verzögern gut ansprechend, prompt und spurtreu.

Sicherheit für die Insassen bieten die auf Crashverhalten optimierte Karosserie, Seitenaufprallschutz, sieben Airbags (Front, Seite, Kopf sowie Knieairbag für den Fahrer), Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Plätzen, aktive Kopfstützen vorne sowie Kindersitzbefestigung Isofix. Ein Warnsignal für nicht angelegte Gurte gibt es hier nicht nur für die Vordersitze, sondern auch für die Rückbank. Der Beifahrerairbag ist abschaltbar, so dass Kindersitze auch gegen die Fahrtrichtung montiert werden können. Fünf Sterne für Insassensicherheit verdiente sich der Alfa MiTo beim EuroNCAP, drei Sterne für Kindersicherheit sowie zwei Sterne für Fußgängerschutz. An aktiven Fahrassistenten ist der MiTo schon serienmäßig mit allem ausgestattet, was heutzutage gang und gäbe ist: die dynamische Fahrstabilitätskontrolle VDC (Vehicle Dynamics Control, heißt woanders ESP) umfasst ABS, Antriebsschlupfregelung (ASR), einen hydraulischen Bremsassistenten (HBA), elektronische Bremskraftverteilung (EBD), eine Kurvenbremskontrolle (CBC), ein dynamischer Lenkassistent (DST), elektronische Differenzialsperre, Motorschleppmomentregelung (MSR) und eine Berganfahrhilfe Tagfahrlicht ist serienmäßig, die Bi-Xenon-Scheinwerfer sind als Sonderausstattung zu haben. Optional gibt es Reifendrucksensoren, die für die Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften vorgeschrieben sind.

 

Den Alfa Romeo MiTo gibt es zu Preisen ab 14.700 Euro – in Basisausstattung und mit 1,4-Liter-Ottomotor. Der 1.6-Liter-JTDM ist ab 17.950 Euro in der Basisausstattung bzw. 19.450 Euro in der Turismo-Ausstattung zu haben. Dazu kommen Sport-Paket 1 und Komfort-Paket sowie diverse Extras, die sich natürlich auch alle im Preis niederschlagen.

Zwei Jahre Garantie gibt Alfa Romeo auf den Neuwagen, drei Jahre auf den Lack und acht Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Dazu gibt es eine zweijährige europaweite Mobilitätsgarantie. Über die Herstellergarantien hinaus gehende Garantiepakete gibt es gegen Aufpreis für bis zu weitere drei Jahre und eine Gesamtlaufleistung von 200.000 km. Zum Service bzw. Ölwechsel muss der große Diesel alle 35.000 km. Es gibt eine Service-Intervall-Anzeige. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 17 / 19 / 22 (KH / VK / TK) ein.

© Mai 2009
Petra Grünendahl
, Fotos: grü / IN*TEAM

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