Skoda Fabia Combi 1.4 TDI PDF

Fahrbericht.
Skoda Fabia Combi 1.4 TDI PDF Ambiente
Hochformatiger Familienlaster
Von Petra Grünendahl

Die Combi-Version des aktuellen Skoda Fabia wurde im vergangenen Jahr auf der IAA vorgestellt. Seit Anfang 2008 gibt es ihn auf dem deutschen Markt. Auf der aktuellen Fabia-Plattform wird auch der künftige VW Polo stehen. Eleganter und ausdruckstärker ist die Front geworden, das eher rundlich gestaltete Heck hat sich nicht geändert.

In der Länge ist er kaum gewachsen, nur um 7 mm auf 4,24 m. Höher ist er geworden (jetzt 1,5 m), die 3,6 cm mehr Höhe garantieren nicht nur mehr Kopffreiheit für die Passagiere, sondern auch mehr Platz fürs Gepäck. Was der Skoda Fabia Combi sonst noch kann, zeigte eine erste Ausfahrt.

Guten Zugang für Passagiere und Ladung bieten fünf Türen. Die Übersicht ist vor allem nach hinten nur mäßig, die optionale Einparkhilfe (erst ab Ambiente verfügbar) ist da fast schon ein Muss. Das Platzangebot  ist in beiden Reihen recht üppig und nicht von Kleinwagenformat. Die gut konturierten straffen Sitze sind langstreckentauglich. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar, das aber erst ab der Ambiente-Ausstattung serienmäßig (Classic gegen Aufpreis). Der Laderaum fasst 480 Liter unter der Laderaumabdeckung. Bei umgeklappter Rückbank und dachhoch beladen sind es nun üppige 1.460 Liter – mehr als manch ein größerer Kombi bieten kann, was auf die fast 1,50 m große Bauhöhe zurückzuführen ist. Die Rückbank ist erst ab der Ambiente-Ausstattung asymmetrisch geteilt umklappbar. Das gibt es für Classic nur gegen Aufpreis und in der Basisausstattung gar nicht. Einen variablen Kofferraumboden sowie eine Gepäcknetz-Trennwand kosten extra. Eine Dachreling in Schwarz ist Serie, in Silber kostet sie extra.

Materialqualität und Verarbeitung sind hochwertig und nicht zu beanstanden. Das übersichtliche Cockpit bietet optimalen Bedienkomfort, ohne abzulenken.

Fünf Ausstattungslinien stehen für den Fabia  und Fabia Combi zur Wahl, wobei die Basisvariante Fabia nur in Verbindung mit dem 1,2-Liter-Benziner und dem 60 PS starken 1,4-Liter-TDI zu haben ist. Noch ziemlich nackt ist die Basisversion mit Servolenkung, einer Radiovorbereitung mit Lautsprechern und Antenne und 14-Zoll-Stahlfelgen serienmäßig. Das Lenkrad ist höhen- und neigungsverstellbar. Die Classic-Ausstattung umfasst zusätzlich  eine Zentralverriegelung und getönte Scheiben mit UV-Filter sowie Aschenbecher und Zigarettenanzünder. Richtig interessant wird es aber erst mit der Ambiente-Ausstattung, die serienmäßig über die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel,  15-Zoll-Stahlfelgen, Klimaanlage, Geschwindigkeitsregelung sowie ein CD-Radio und eine Multifunktionsanzeige (Bordcomputer) verfügt. An aufpreispflichtigen Extras hat unser Combi einen variablen Kofferraumboden, eine Gepäcknetz-Trennwand, elektrische Fensterheber hinten, Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer sowie Parksensoren hinten mit an Bord.

 

Drei Benzin- und zwei Dieselmotoren umfasst die Palette für den Fabia Combi. Unseren 1,4-Liter-Selbstzünder gibt es in zwei Leistungsstufen: mit 70 und mit 80 PS. Er verfügt über drei Zylinder, zwei Ventile und eine Turbodiesel-Direkteinspritzung mit Pumpe-Düse-Technik, einer Spezialität des VW-Konzerns. Der Motor stammt natürlich aus dem Konzernregal und wird auch im Polo oder Seat Ibiza eingesetzt.

Der Motor ist solide Hausmannskost, kann den Selbstzünder nicht verleugnen und geht etwas robust zu Werke. Bei Antritt und Durchzugsvermögen reißt der 80-PS-TDI keine Bäume aus, die Leistungsentfaltung geht aber über das relevante Drehzahlband in Ordnung. Sein maximales Drehmoment von 195 Nm erreicht das Aggregat bei 2.200 U/min.

Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe schaltet sich locker, flockig und präzise. Die Getriebeabstufung ist im 1.4er mit Dieselpartikelfilter etwas kürzer ausgelegt als im 1.4er ohne, was für etwas mehr Bums in Antritt, aber auch etwas höheren Verbrauch sorgt.

Für Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 braucht der 80-PS-Kombi 13,7 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 173 km/h. Im Verbrauch ist er auch mit Partikelfilter eher bescheiden: gute 6 Liter konsumiert er je 100 km innerorts, 4,1 Liter sind es außerorts und 4,8 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 127 g pro km (ohne Partikelfilter 120 g/km). Der stärkere 1.4er TDI ist ebenso wie der 1.9er TDI mit Dieselpartikelfilter zu haben.

 

Der Fabia Combi liefert einen guten Geradeauslauf. Dank leichtgängiger und präziser Lenkung lässt sich der tschechische Laster zielgenau um enge Kurven dirigieren. Sein Frontantrieb mach ihn zu einem problemlosen und leicht beherrschbaren Begleiter, der agil, leichtfüßig und spurtreu seinen Weg auch durch flott angegangene Biegungen findet. Gutmütig reagiert er auf plötzliche Spurwechsel und Ausweichmanöver. Das Fahrwerk ist eher straff ausgelegt, aber nicht unkomfortabel.

Serienmäßig steht der Fabia in der Ambiente-Ausstattung auf 15-Zoll-Stahlrädern mit 195/55er Reifen. Unser Testwagen hatte die Gummis auf optionalen Leichtmetallern aufgezogen. Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) verzögern gut dosierbar, schnell ansprechend, sicher und auf den Punkt.

Der Insassensicherheit dienen definierte Lastpfade, die Aufprallenergien gezielt abbauen, sowie eine hochstabile Fahrgastzelle, Kopfstützen und Dreipunktgurte, Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie Isofix auf den Außenplätzen hinten. Die dritte Kopfstütze hinten ist allerdings erst ab der Classic-Ausstattung an Bord. Auch erst ab der Classic-Version kann der Beifahrer-Airbag deaktiviert werden, damit dort man Kindersitze gegen die Fahrtrichtung montieren kann. Im EuroNCAP bekam die aktuelle Fabia-Generation 2007 vier Sterne für Insassenschutz, drei Sterne für Kindersicherheit sowie zwei Sterne für Fußgängerschutz. Elektrische Fensterheber hinten, mit denen man die lieben Kleinen auf der Rückbank besser unter Kontrolle hat, gibt es erst ab der Ambiente-Ausstattung und sie kosten grundsätzlich extra. An aktiven Helfern hat der Fabia serienmäßig ABS mit Bremsassistent und eine Antriebsschlupfregelung an Bord. ESP kostet in allen Ausstattungslinien Aufpreis. Optional gibt es auch das Ausstattungspaket „Kurven- und Abbiegelicht“ mit Halogen-Projektorscheinwerfern.

 

Zu Preisen ab 10.880 Euro ist der Fabia Combi zu haben, mit 1,2-Liter-Ottomotor (60 PS) in der ziemlich nackten Basisausstattung. Den 1.4 TDI in der 80-PS-Variante gibt es ab der Classic-Ausstattung ab 15.130 Euro, in der Ambiente-Ausstattung kostet er ab 16.880 Euro. 600 Euro Aufpreis kostet die Version mit Dieselpartikelfilter (DPF). Der Fünftürer ist übrigens 600 Euro günstiger als der Combi. Aufpreis kosten Extras wie Metallic-, Perleffekt- oder Sonderlackierungen, Leichtmetallfelgen und Parksensoren hinten.

Skoda gibt zwei Jahre Garantie auf das Neufahrzeug, drei Jahre auf den Lack und 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Außerdem gibt es eine lebenslange, fast europaweite Mobilitätsgarantie beim Einhalten der Service-Intervalle. Zum Service muss der Fabia nach Service-Intervall-Anzeige, spätestens nach 30.000 km oder zwei Jahren. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 18 / 14 / 17 (KH / VK / TK) ein.

© November 2008
Petra Grünendahl
, Fotos: Skoda (9), Michel de Vries (2)

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