Ford Focus II 1.6 TDCi Econetic

Fahrbericht.
Ford Focus 2 1.6 TDCi Econetic
Aufgefrischt, Umwelt und Ressourcen schonend
Von Petra Grünendahl

Seit Herbst 2004 gibt es die zweite Generation von Fords Bestseller Focus (siehe auch Focus II, Focus II ST, Focus II FFV und Focus II CC), am 23. Februar dieses Jahres kam die überarbeitete Variante (Facelift) zu den Händlern (siehe auch Focus II LPG). Mit dem Facelift führte Ford den 109 PS starken 1,6-Liter-TDCi als Fünftürer oder Kombi in der Econetic-Linie ein. Für die Econetic-Version hat Ford den stärkeren 1.6er überarbeitet, die Feinkalibrierung des Motormanagements, Modifikationen an der elektro-hydraulischen Servolenkung und der Einsatz von reibungsreduzierendem Getriebeöl kommen aber auch den anderen 1,6er TDCis zugute. Weitere Maßnahmen betreffen die Ausstattung und umfassen eine verbesserte Aerodynamik durch neugestaltete Stoßfänger vorne und Schwellerleisten sowie ein Sportfahrwerk mit dezenter Tieferlegung (8 mm) und 15-Zoll-Stahlräder mit Leichtlaufreifen. Einen ersten Eindruck bekamen wir vom 1.6er Econetic in der Kombi-Version auf einer kurzen Ausfahrt.

 

Der Zugang zum Innenraum über fünf Türen ist praktisch für Passagiere und Gepäck. Das Passagierabteil ist großzügig bemessen für beide Sitzreihen. Auf 4 mm weniger Karosserielänge hat der facegeliftete Turnier mit 503 bis 1.546 Litern mehr Laderaum zu bieten als der Vorgänger (475 bis 1.525 Liter). Gepäcktrennnetz und Dachreling kosten Aufpreis. Materialqualität und Verarbeitung im Innenraum sind ebenso wenig zu beanstanden wie Bedienbarkeit und Handhabung der Anzeigen und Schalter im funktional gestalteten Cockpit.

An Basisausstattung bringt der Focus Features mit wie eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne, elektrisch einstellbare Spiegeln, eine getönte Wärmeschutzverglasung rundum und 15-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden. Das Lenkrad ist in Höhe und Reichweite verstellbar, beide Sonnenblenden sind  mit Spiegeln bestückt. Der Econetic basiert auf dem Editionsmodell Style, das beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer, Klimaanlage sowie ein Audiosystem mit Radio und CD-Spieler umfasst. Dazu kommen die bereits oben genannten Features zur Verbesserung von Aerodynamik, Straßenlage und Rollwiderstand. Gegen Aufpreis gibt es noch eine Geschwindigkeitsregelung, eine Einparkhilfe hinten, einen Dachspoiler, Nebelscheinwerfer und Bi-Xenon-Scheinwerfer. Die Heckscheibe und die Seitenscheiben ab der zweiten Sitzreihe sind dunkel getönt (Privacy Glass). Leichtmetallräder sind für das Econetic-Modell nicht verfügbar.

 

Den 1,6-Liter-TDCi-Motor gibt es in zwei Leistungsstufen: mit 90 und mit 109 PS. Für den Econetic hat Ford das 109-PS-Aggregat weiter verfeinert. Mit 115 g/km markiert er die saubere Spitze der Kompakt-Baureihe, die beiden anderen Motorvarianten, die von den Modifikationen auch zum Teil profitierten, schaffen mit 119 bzw. 118 g/km (90 bzw. 109 PS) ebenfalls hervorragende Werte.

Sein Antriebskonzept kann der Selbstzünder nicht verleugnen, akustisch wirkt er etwas rustikal. Antritt und Durchzugsvermögen gehen in Ordnung, in Punkto Leistungsentfaltung reißt der 109-PS-TDCi aber keine Bäume aus. Sein maximales Drehmoment von 240 Nm erreicht der Dieselmotor schon früh, nämlich bei 1.750 U/min. Durch eine Overboost-Funktion wird das Drehmoment zeitlich begrenzt noch einmal um 20 Nm erhöht, um zum Beispiel Überholvorgänge zügiger abschließen zu können. Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe schaltet sich leichtgängig und sauber. Die Getriebeübersetzung ist bis zum dritten Gang recht kurz gehalten, um der mit 1,4 t Leergewicht recht massiven Karosserie ausreichendes Temperament zu verleihen. Die Gänge 4 und 5 sind dagegen aus Gründen der Kraftstoffökonomie lang ausgelegt.

Für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 braucht der Kombi 11,1 Sekunde, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 188 km/h. Auf 100 km in der Stadt verbraucht er 5,6 Liter Dieselkraftstoff, 3,6 Liter sind es außerorts und 4,5 Liter schluckt er im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Verbrauch liegt damit um 0,2 Liter unter dem Verbrauch des 1.6ers in den konventionellen Ausstattungen. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, den Dieselpartikelfilter gibt es außer beim 90-PS-Modell bei allen Dieselmotoren der Baureihe ab Werk inklusive.

 

Der Fronttriebler Focus ist mehr als nur ein problemloser Begleiter auf geraden wie kurvigen Straßen. Seine Fahrdynamik vermittelt jede Menge Fahrspaß. Davon lässt sich auch bei einer Motorisierung für automobile Grundbedürfnisse noch ein wenig vermitteln. Guter Geradeauslauf und eine direkte, präzise Lenkung vermitteln Sicherheit. Auch in flott gefahrenen Kurven bleibt der Focus beherrschbar, ein nur minimales Untersteuern deutet das Nahen des Grenzbereichs an. Das serienmäßige ESP braucht aber erst spät eingreifen, denn der kompakte Kombi macht auch bei plötzlichen Spurwechseln und Ausweichmanövern eine gute Figur. Die leichte Tieferlegung (8 mm) hat praktisch kein Auswirkungen auf den bekannten Fahrkomfort (leicht straff, aber immer noch komfortabel). Serienmäßig steht der Focus auf 15-Zoll-Stahlrädern mit 195/65 Reifen, beim Econetic-Focus handelt es sich um Leichtlaufreifen. Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) verzögern prompt und verlässlich.

Für die Sicherheit der Insassen sorgen eine computeroptimierte Stahlkarosserie mit hochfesten Stählen und Tailored Blanks, eine starre Fahrgastzelle, Energie absorbierende Knautschzonen vorne und hinten, Seitenaufprallschutz, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Sitzplätzen, Front- und Seitenairbags vorne, Kopf-Schulter-Airbags vorne und hinten, Sicherheitslenksäule und -Pedalerie sowie Kindersitzbefestigungspunkte auf der Rückbank. Isofix-Kindersitzhalterungen gibt es zwar nur als Nachrüstsatz beim Händler, dafür aber ohne Aufpreis. Dafür gab es 2004 zum Marktstart der zweiten Generation im EuroNCAP die Maximalwertung von fünf Sternen für Insassenschutz, vier Sterne für Kindersicherheit und zwei Sterne für Fußgängerschutz. An aktiven Helfern hat Ford seiner Kompaktklasse alles mitgegeben, was in dieser Klasse üblich ist: ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung EBD, Sicherheits-Bremsassistent EBA sowie das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit Antriebsschlupfregelung ASR. Verfügbar ist außer einer Alarmanlage auch ein Reifendruckkontrollsystem, welches bei Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften vorgeschrieben ist. Serienmäßig an Bord ist ein Reifenreparatur-Set mit Dichtmittel und Kompressor.

 

Als Basismodell kostet der Focus in der dreitürigen Variante mit 80-PS-Ottomotor ab 15.000 Euro. Der 109 PS starke 1.6er beginnt mit 17.250 Euro. Die fünftürigen Varianten kosten 750 Euro Aufpreis, der Kombi 1.500 Euro gegenüber dem Basismodell. Der 109 PS starke Kombi steht in der Basisausstattung Ambiente ab 19.750 Euro in den Preislisten, in der Ausstattung Style mit 21.250 Euro und als Econetic für 21.750 Euro, was einem Econetic-Aufschlag von 500 Euro entspricht, die auch für die fünftürige Variante gelten. Als Dreitürer oder Stufenheck ist der 1.6 Econetic nicht verfügbar.

Auf den Neuwagen gibt es für zwei Jahre die gesetzliche Sachmängelhaftung, eine Neuwagengarantie sowie die Ford-Assistance-Mobilitätsgarantie, 12 Jahre gibt Ford auf die Karosserie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis gibt es den FordProtect-Garantie-Schutzbrief u. a. mit einer Erweiterung der Garantie bis zum 4. Jahr. Zur Wartung mit Ölwechsel muss der 2-Liter-Focus alle 20.000 km (oder einmal im Jahr), zur Inspektion alle 40.000 km oder alle zwei Jahre. Die Versicherungen stufen den Fünftürer in die Typklassen 19 / 19 / 20 (KH / VK / TK) und den Kombi in 19 / 18 / 19 ein.

© Oktober 2008
Petra Grünendahl
, Fotos: grü (3), Ford (6)

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