Daihatsu Sirion II 1.5 S

Fahrbericht.
Daihatsu Sirion 2 Facelift 1.5 S
Verfeinert ins neue Modelljahr
Von Petra Grünendahl

Ein massiverer Kühlergrill und der leicht modifizierte Stoßfänger vorne lassen das Gesicht mit den Klarglasscheinwerfer erwachsener wirken. Mit seinen 3,63 m ist das Topmodell der facegelifteten Sirion-Baureihe, der Sirion 1.5 S, gute 2,5 cm länger als das Einstiegsmodell. Seitenschweller in Wagenfarbe und ein Dachspoiler unterscheiden ihn optisch von seinen kleineren Brüdern.

Die Abmessungen blieben, die Technik wurde fortentwickelt, ein neuer, stärkerer Motor rundet die Modellpalette nun nach oben hin ab. Seit Oktober steht das Facelift (Modelljahr 2008) der zweiten Generation (seit 2004) beim Händler, die erste Generation fand seit 1998 seine Käufer: Der Sirion ist der Bestseller im Programm der Japaner. Der 1,5-Liter-Sirion stand uns für eine Ausfahrt zur Verfügung.

 

Fünf Türen bieten guten Zugang für die Passagiere. Die Übersicht ist nach allen Seiten heraus ziemlich gut, die äußeren Maße sind gut abzuschätzen. Vom Platzangebot sollte man in einem Kleinwagen keine Wunder erwarten, dann geht das, was der Sirion für fünf Insassen zu bieten hat, schon in Ordnung. Der Laderaum fasst für ein 3,60-m-Auto beachtliche 225 Liter Gepäck. Nach Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilt umklappbaren Rückbanklehne stehen bis zur Fensterunterkante 630 Liter zur Verfügung, über die dachhohe Beladung bis hinter die Vordersitze macht Daihatsu keine Angaben. Die Rücksitzflächen können in den Fußraum vorgezogen werden. Dadurch entsteht nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen eine nahezu ebene Ladefläche, die man bis zu den Vordersitzlehnen nutzen kann. Zusätzliche Variabilität bietet die um fünf Grad verstellbare Neigung der Rücksitzlehnen. So lassen sich auch etwas sperrigere Dinge ohne viel Aufwand im Kofferraum transportieren. Etwas Hüftspeck hat der neue Sirion allerdings schon angesetzt: sein Karosseriegewicht stieg mit dem Facelift um 25 kg auf 965 kg, was also ohne Fahrer 410 kg Zuladung bedeutet (vorher 435 kg). Das zulässige Gesamtgewicht beträgt nämlich nach wie vor 1.450 kg. Die Heckklappe öffnet weit nach oben, so dass sich auch große Leute nicht den Kopf stoßen. Eine niedrige Ladekante erleichtert das Einladen.

Der Innenraum und das Cockpit-Design wurden behutsam verändert. Die Schulterpartien der Vordersitze wurden verstärkt, um mehr Seitenhalt zu bieten. Die Sitzbezüge sind atmungsaktiv, neue Farben und Muster unterscheiden die Facelift-Modelle von ihren Vorgängern. Auch die verarbeiteten Kunststoffe sind heutzutage in mehreren Silbergrau-/Schwarz-Schattierungen gehalten – mit der dunkleren Farbe oben, um Reflexionen zu minimieren –, was sowohl von der Materialqualität wie von der Verarbeitung her einen guten Eindruck macht. In punkto Bedienung ist das Armaturenbrett nach wie vor nicht  zu beanstanden.

Über der Basisausstattung hinaus, die nur mit den 1-Liter- und 1,3-Liter-Motoren angeboten wird, gibt es die S-Ausstattung, die nur für den Topmotor verfügbar ist. Die sehr ordentliche Grundausstattung umfasst eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Wärmeschutzverglasung rundum, digitale Kraftstoff-Verbrauchsanzeige und Drehzahlmesser, CD-Radio mit Anschlussmöglichkeit für portable Abspielgeräte (wie MP3-Player) sowie Stahlräder mit Radzierblenden. Fahrersitz und Lenksäule sind höhenverstellbar. Ab dem 1.3er gibt es schon in der Basisausstattung eine Klimaanlage, ein Momo-Lederlenkrad sowie einen partiell verchromten Schaltknauf in Leder, Leichtmetallfelgen und getönte Scheinwerfer/Rückleuchten. Die Top-Ausstattung S bringt darüber hinaus Nebelscheinwerfer, Seitenschweller in Wagenfarbe sowie einen Dachspoiler mit. Optional gibt es für den 1.3 und den 1.5 eine Vierstufen-Automatik sowie für den 1.3 den Eco-4WD-Allradantrieb.

 

Der 1,5-Liter-Benzinmotor mit 103 PS ist der neue Top-Motor der Baureihe. Er kommt auch in Daihatsus Baureihen Materia und Terios zum Einsatz. Den Einstieg in die Modellpalette bildet der 1.0er mit 70 PS, in der Mitte rangiert der 1.3er mit 87 PS. Zügig kommt der Japaner in Fahrt, der 103 PS starke Motor hat mit der 965 kg schweren Karosserie (ohne Fahrer) ein leichtes Spiel. Flott ist er unterwegs, das Durchzugsvermögen bietet über das ganze relevante Drehzahlband spritzigen Vortrieb. Dabei läuft der Motor einigermaßen ruhig und wirkt auch im Innenraum nicht störend.

Das serienmäßige Fünfgang-Schaltgetriebe schaltet sich locker und präzise, die Getriebeübersetzung ist (bei allen Sirion-Motorisierungen) auf maximale Kraftstoffökonomie hin ausgelegt, der erste Gang ist hier, beim Top-Motor, sogar noch etwas länger übersetzt als bei den schwächeren Motoren.

Für die Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht er 10,5 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 175 km/h, was ihn auch auf der Autobahn zügig unterwegs sein lässt. Vergleichsweise sparsam ist auch der Top-Sirion im Verbrauch: Gute 7,9 Liter Normalbenzin rinnen auf 100 km Stadtverkehr durch seine Brennräume, 5,2 Liter sind es außerorts und 6,2 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Neu mit dem Facelift kommt bei allen Motorisierungen ein intelligenter Katalysator mit selbst regenerierender Funktion. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 145 g pro km.

 

Problemloses Fahrverhalten verspricht der Frontantrieb, die präzise und eher direkte  elektrische Servolenkung mit variabler, geschwindigkeitsabhängiger Lenkunterstützung sorgt für eine gute Portion Fahrspaß. Die Abstimmung von Federn und Dämpfern in Verbindung mit der üppigen Bereifung (175/65) sorgen für ein gutes Maß an Fahrkomfort, aber auch für eine spürbare Seitenneigung in den Kurven. Insgesamt liegt der Sirion sehr sicher auf der Straße, sind leichtes Schieben über die Vorderräder deutet das Nahen des Grenzbereichs an. Auch die Seitenneigung lässt den vernünftigen Fahrer dann bei Zeiten Zurückhaltung üben, bevor der ganze Spaß droht, übers Ziel hinaus zu schießen.

Serienmäßig steht der Sirion in allen Versionen auf 14-Zoll-Rädern mit 175/65er Reifen, bei den beiden stärkeren Motoren kommen Aluräder zum Einsatz. Die Bremsen (innenbelüftete Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten) machen einen guten Eindruck: sie verzögern schnell und standfest.

Dem Schutz der Insassen dienen hochfeste Stähle und eine in ihrer Festigkeit weiter optimierte Karosserie, die beim Crash ein klar definiertes Verformungsverhalten zeigt, Seitenaufprallschutz in de Türen, Drei-Punkt-Gurte und höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen, Front- und Seitenairbag vorne sowie Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten. Der Beifahrer-Airbag ist jetzt abschaltbar, damit hier auch Kindersitze gegen die Fahrtrichtung montiert werden können. Kopfairbags gibt es in allen Motorisierungen nur gegen Aufpreis. Im EuroNCAP erhielt der Sirion 2005 – also in der Variante vor dem Facelift – vier Sterne für Insassenschutz, drei Sterne für Kindersicherheit und zwei Sterne für den Fußgängerschutz. Serie sind bei allen Modellen ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD und ein Bremsassistent. Ein Elektronisches Stabilitätsprogramm (heißt hier VSC) inkl. Antriebsschlupfregelung TRC gibt es ausschließlich für das Topmodell.

 

Das Basismodell Sirion 1.0 gibt es zu einem Preis von 9.990 Euro. Der Preis von unter 10.000 Euro ist allerdings erkauft mit dem Fehlen der Klimaanlage, die für einen Aufpreis von 1.000 Euro zu haben ist. Das 1,5-Liter-Topmodell in der S-Ausstattung schlägt mit Preisen ab 13.990 Euro zu Buche. Gegen Aufpreis gibt es lediglich eine Auswahl an Perleffekt-Lackierungen, Kopfairbags und ein Automatikgetriebe.

Daihatsu gibt drei Jahre (bis 100.000 km) Garantie auf den Neuwagen, drei Jahre auf den Lack sowie 8 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Dazu kommt beim Einhalten der Inspektionsintervalle eine dreijährige Mobilitätsgarantie, die fast europaweit gilt. Gegen Aufpreis lässt sich die Neuwagen-Garantie auf bis zu fünf Jahre (und 150.000 km) verlängern. Zum Service muss das Modell alle 15.000 km oder einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen den face-gelifteten Sirion mit allen Motoren in die Typklassen 18 / 18 / 18 (KH / VK / TK) ein.

© Januar 2008
Petra Grünendahl
, Fotos: Daihatsu

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