Daihatsu Copen 1.3

Fahrbericht.
Daihatsu Copen 1.3
Schnuckelchen mit etwas mehr Power
Von Petra Grünendahl

Auf dem Markt gestartet war der Copen im Sommer 2003 als Rechtslenker mit 660 ccm und 68 PS. Mit seiner Größe von 3,40 m Karosserielänge und 1,48 m Breite braucht man für ihn im überbevölkerten Japan keinen Pkw-Stellplatz nachweisen. Seit Herbst 2005 wird er mit 1,3-Liter-Ottomotor und 87 PS angeboten. Zudem wanderte das Lenkrad für Festland-Europäer auf die richtige (die linke) Seite. Was der Copen mit dem „großen“ Motor kann, zeigte eine erste Ausfahrt.

Der Zugang zum Fahrzeug geht in Ordnung, sind ja nur zwei Plätze. Die Sportsitze sind angenehm straff und ausreichend konturiert für optimalen Seitenhalt. Die Sitzposition ist tief. Die Übersicht über das kleine Fahrzeug ist recht gut, aber offen natürlich besser als geschlossen. Das Platzangebot ist angemessen für durchschnittlich groß gewachsene Personen. Offen gestanden ist der Copen zum Einkaufen oder zum Verreisen mit zwei Personen nicht gedacht. Magere 14 Liter Laderaum bleiben nach Verstauen des Stahldachs übrig. Ok, wer alleine einkauft, kann auf den Beifahrersitz laden … Bei geschlossenem Verdeck reicht es mit 210 Litern immerhin für ein Wochenendgepäck für Zwei. Die Materialauswahl im Innenraum ist ebenso ordentlich wie die Verarbeitung. Das Cockpit ist überschaubar und einfach in der Handhabung.

Schon für den Grundpreis ist der Copen ziemlich komplett ausgestattet: Die Serienausstattung umfasst eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein vollautomatisch versenkbares elektrisch-hydraulisches Aluminium-Hardtop mit beheizbarer Glasheckscheibe, eine Radiovorrüstung mit Lautsprechern und Antenne, Nebelscheinwerfer, Wärmeschutzverglasung mit UV-Schutz rundum, Klimaanlage, ein Momo-Sportlederlenkrad und Sportsitze, 15-Zoll-Leichtmetallflegen und Sportfahrwerk sowie ein Windschott. Zum seinem 100. Geburtstag bietet Daihatsu jetzt auch eine „100th Anniversary“-Edition an. Diese Sonderausgabe kommt zusätzlich mit RDS-Radio, Cassetten- und CD-Spieler (mp3-fähig) Kunststoffpersenning, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen  und roten Leder-Sportsitzen. Das Momo-Sportlederlenkrad ist rot abgesetzt. Den Wagen gibt es serienmäßig nur in Perleffekt Silber.

Der 1,3-Liter-Vierzylinder-Vierventiler mit variabler Ventilsteuerung DVVT leistet 87 PS. Das sind fast 20 PS mehr, die in der Praxis schon einen deutlichen Unterschied zum ersten Copen-Aggregat mit 660 ccm Hubraum und 68 PS ausmachen. Das Drehmomentmaximum beträgt hier 120 Nm bei 4.400 U/min., ein Anstieg auch hier im Vergleich zu den 100 Nm, die der erste Motor allerdings schon bei 3.200 Touren auf die Kurbelwelle brachte. Der Motor braucht aber nicht wirklich so viel Drehzahl, um flott unterwegs zu sein.  Mit seinen 850 kg Karosseriegewicht ist er leicht in Schwung zu bringen. Auf ebener Strecke zieht der Copen locker ab und ist zügig unterwegs, da kommt Freude auf. An größeren Steigungen muss man schon mal ein oder zwei Gänge runterschalten, will man den Berg nicht im Schleichtempo erklimmen.

Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe st leichtgängig, knackig und präzise zu schalten. Die Getriebeübersetzung ist allerdings eher lang für mehr Kraftstoffökonomie ausgelegt. Für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 braucht der Copen 9,5 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 180 km/h, was oben ohne mehr als genug ist. Wie alle Modelle von Daihatsu braucht der Motor nur Normalbenzin. Im Stadtverkehr sind es 7,7 Liter Benzin auf 100 km, außerorts sind es 5 Liter und im gemischten Verbrauch nach EU-Norm konsumiert er – alles bei ökonomischer Fahrweise versteht sich – knappe 6 Liter (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 140 g pro km.

Der japanische Roadster verfügt über Frontantrieb, eine eher direkte, leichtgängige und präzise Lenkung sowie einen guten Geradeauslauf. Serienmäßig ausgestattet ist der Copen mit einem Sportfahrwerk mit Stabilisatoren vorne und hinten. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist eher sportlich straff geraten, bietet aber doch noch ausreichenden Fahrkomfort. Mit der leichten Karosserie, seinen 2,23 m Radstand und der schmalen Spur (1,30 m vorne / 1,29 m hinten) ist der Copen ein Ausbund an Agilität und Wendigkeit, zumal der kräftige Motor seinen Teil zum Fahrspaß beiträgt. Problemlos ist der Fronttriebler im Handling, zu flott gefahrene Kurven quittiert er mit einem leichten und leicht beherrschbaren Untersteuern. Ansonsten hält er auch bei plötzlichen Ausweichmanövern die vorgegebene Spur.

Gut besohlt ist der Copen schon mit den 15-Zoll-Leichtmetallräder mit 165/50er Reifen. An Traktion und Seitenführung ist kaum etwas auszusetzen. Optional (oder serienmäßig beim „100th Anniversary“-Modell) gibt es 16-Zoll-Räder mit 195/40er Gummis, die noch ein wenig besser am Asphalt „kleben“, aber dafür auch den Fahrkomfort noch etwas verringern. Ordentlich verzögern die Bremsen mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten. Ein Bremskraftverstärker sorgt für maximale Bremskraft im Notfall, die elektronische Bremskraftverteilung EBD für eine sinnvolle Verteilung des Bremsdrucks. Auch ABS gehört zur Serienausstattung, ESP ist aber leider nicht verfügbar.

Der Copen verfügt über eine selbsttragende Ganzstahlkarosserie mit Motorhaube, Kofferraumdeckel und Hardtop aus Aluminium. Dem Schutz der Insassen dienen die Sicherheitsfahrgastzelle, Verformungszonen vorne und hinten, Seitenaufprallschutz, Drei-Punkt-Sicherheitsgurte mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, in die Schalensitze eingearbeitete Kopfstützen und Frontairbags für Fahrer und Beifahrer. Der Frontscheibenrahmen ist besonders verstärkt und dient als Überrollschutz. Hinter den Kopfstützen gibt es einen zweiten Satz Überrollbügel.

Ab 17.660 Euro steht der Copen in der Normalausstattung beim Händler, die „100th Anniversary“-Edition kostet 19.690 Euro. Aufpreis kosten beim normalen Copen zum Beispiel eine Kunststoffpersenning, die Perleffekt-Lackierung, Ledersitze oder Recaro-Sportsitze sowie bei der Sonderedition ein DVD-Multimedia-System.

Daihatsu gibt drei Jahre (bis 100.000 km) Garantie auf den Neuwagen, drei Jahre auf den Lack sowie 8 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Dazu kommt beim Einhalten der Inspektionsintervalle eine dreijährige Mobilitätsgarantie, die fast europaweit gilt. Gegen Aufpreis lässt sich die Neuwagen-Garantie auf bis zu fünf Jahre (und 150.000 km) verlängern. Zum Service muss der Copen alle 15.000 km oder einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 12 / 18 / 17 (KH / VK / TK, ab 1. Oktober 2007) ein.

© September 2007
Petra Grünendahl
, Fotos: Daihatsu

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