Ford Fiesta III ST

Fahrbericht.
Ford Fiesta ST
Sportlich, sportlich
Von Petra Grünendahl

Seit dem Frühjahr 2002 ist der Ford Fiesta der aktuellen dritten Modellgeneration (die Erste kam 1976) schon auf den Markt, Ende 2004 wurde der Fiesta ST als sportliche Spitze der Reihe vorgestellt. Bullig in der Erscheinung dank tief heruntergezogener Schürzen und Schweller sowie einem Heckflügel – da deutet die Optik schon an, dass sich auch unter der Motorhaube was getan hat. Gute 150 Pferdchen feuern den kleinen Kölner an. Nachdem wir schon mal einen Fiesta im Test hatten (Fiesta 1.4 TDCi), stand uns jetzt der Fiesta ST für eine Ausfahrt und erste Eindrücke zur Verfügung.

 

Den Fiesta ST gibt es nur als Dreitürer. Guten Zugang haben die Frontpassagiere, Easy Entry für den Einstieg hinten gibt es nicht. Die Sportsitze vorne sind straff und gut konturiert, damit bieten sie besseren Seitenhalt als das Basismodell. Platz ist nicht üppig, aber für vier Leute völlig ausreichend. Der Laderaum fasst 268 Liter Gepäck, 945 Liter sind es nach dem Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne bei dachhoher Beladung. Die erlaubte maximale Zuladung ist mit 453 kg großzügig bemessen.

Auch im Innenraum deutet mancher Zierrat wie Einstiegsleisten, Alu-Umrandungen für die Anzeigen, Alu-Dekorleisten und Aluminium-Look-Frontblenden für Radio/CD-Spieler, Pedalerie mit Edelstahl-Auflagen sowie ein Lederlenkrad im ST-Design auf das sportliche Topmodell hin, der sportliche Anstrich ist insgesamt aber sehr zurückhaltend geraten. Das Interieur überzeugt in punkto Materialauswahl und Verarbeitung. Das Cockpit ist sparsam instrumentiert, was den Überblick und die Handhabbarkeit sehr erleichtert. Ablagen für den nötigen Kleinkram gibt es zumindest für die Frontpassagieren in ausreichender Anzahl, die Fondpassagiere müssen sich mit den Taschen auf den Rückseiten der Vordersitze begnügen.

Mit der Ausstattungsvariante ST ist der Fiesta jetzt in sechs verschiedenen Linien verfügbar: der Basis, Ambiente, Trend, Ghia, Sport und ST. Der Basis-Fiesta ist ausgestattet mit einer höhenverstellbaren Lenksäule, Servolenkung, von innen einstellbaren Außenspiegeln, getönter Wärmeschutzverglasung, Stahlrädern mit Radzierblenden, Lederlenkrad, Spiegeln in beiden Sonnenblenden, einer umklappbaren Rücksitzbank sowie mit einer asymmetrisch geteilt umklappbaren Rücksitzlehne. Die Serienausstattung des sportlichen Topmodells ist natürlich weitaus reichhaltiger und umfasst zusätzlich zur Ausstattung des Basismodells  eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Klimaanlage, Sportsitze mit Leder-Stoff-Polsterung und ein Audiosystem mit Radio und CD-Spieler sowie verschiedene ST-Designelemente innen und außen. Aufpreis kosten der Dachspoiler, eine beheizbare Frontscheibe, ein Schiebe-/Hubdach, die dritte Kopfstütze hinten, beheizbare Frontsitze (nur Sitzfläche) oder Ledersitze sowie Aschenbecher und Zigarettenanzünder (anstelle des serienmäßigen 12-Volt-Anschlusses) in der Mittelkonsole. Ebenfalls gegen Aufpreis verfügbar sind 17-Zoll-Leichtmetallräder sowie eine Einparkhilfe hinten.

Der 2-Liter-Ottomotor stammt aus dem Ford Focus (dort 145 PS) und wurde für die Fiesta ST optimiert. Mit seinen nun 150 PS macht er einfach Spaß. Gut hängt der Motor am Gas und setzt den Tritt aufs Pedal umgehend in Vortrieb um. Sehr flott ist man damit im Fiesta ST unterwegs. In punkto Antritt und Durchzugsvermögen lässt er im immerhin über 1,1 t schweren Fiesta nichts anbrennen. Die manuelle Fünfgang-Schaltung ist sportlich abgestimmt, mit kurzen Schaltwegen und kurzer Getriebeübersetzung. Präzise, leichtgängig und zielgenau lässt sich der Hebel durch die Schaltkulisse führen, dass es die wahre Freude ist.

Den Sprint von Null auf 100 km/h absolviert der Fiesta ST in guten 8,4 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei sportlichen 208 km/h, was ihm leichtes Spiel auf der Überholspur ermöglicht. Der Verbrauch liegt mit 9,4 Litern Superkraftstoff je 100 km Stadtverkehr, 5,7 Litern außerorts und 7,4 Litern im gemischten Verbrauch nach EU-Norm – bei ökonomischer Fahrweise, versteht sich – im Durchschnitt ähnlicher Fahrzeuge (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.

 

Und hier ist auch fast das Autoscooter-Feeling wieder, das ich im Basis-Fiesta so vermisst hatte. Das knackig-straffe Sportfahrwerk gleicht vom Grundprinzip mit McPherson-Federbeinen und unteren Querlenkern vorne und einer Verbundlenkerachse mit progressiver Spursteuerung hinten natürlich dem normalen Fiesta, verfügt aber über eine straffere Feder-Dämpfer-Abstimmung, einem versteifteren Fahrwerksrahmen sowie über eine leicht geänderte Geometrie der vorderen Radaufhängung, um mehr Grip zu generieren. Die Lenkung des Fronttrieblers ist sehr direkt ausgelegt (direktere Übersetzung der Servolenkung im Vergleich zum Basis-Fiesta), was zur Dynamik und Agilität des sportlichen Kleinwagens ungemein beiträgt. Die sportliche Fahrwerksabstimmung lässt aber auch den Fahrkomfort nicht ganz außer acht. Sicher und spurtreu fegt der Fiesta ST um scharf gefahrene Kurven, die breiten Reifen bieten exzellenten Seitenhalt. ESP gehört in diesem Fiesta zur Serienausstattung.

Serienmäßig steht der Fiesta ST auf 16-Zoll-Rädern mit 195/45er Reifen. Die breiten Reifen garantieren gute Seitenführung und tragen zu guten Bremswegen bei. Die großen Reifen bieten Platz für eine größer dimensionierte Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet, Bremskraftverstärker und Bremsassistent helfen im Notfall einer Vollbremsung etwas nach.

Im Falle eines Unfalles schützen die Sicherheitsfahrgastzelle mit Seitenaufprallschutz, Anti-Dive-Sicherheitssitze, Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzplätzen, höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Außenplätzen sowie Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere. Die dritte Kopfstütze hinten sowie Kopf-Schulter-Airbags für vorne und hinten gibt es optional. Die Kindersitzvorrüstung Isofix ist nicht verfügbar. Den Fahrer unterstützen ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, ein Sicherheits-Bremsassistent sowie ESP (mit Antriebsschlupfregelung), die bei dem sportlichen ST-Modell mit seinen 150 PS Serie sind.

Ab 10.600 Euro bekommt man einen Fiesta mit 60 PS in Basisausstattung. Das 150 PS starke sportliche Spitzenmodell Fiesta ST steht ab 18.025 Euro in der Preisliste. Aufpreis kosten eine Lackierung in Metallic oder Colorado-Rot, Dachspoiler, eine beheizbare Frontscheibe, ein Schiebe-/Hubdach, die dritte Kopfstütze hinten, beheizbare Frontsitze oder Ledersitze.

Der Ford-Händler gibt eine zweijährige Ford-Partner-Garantie auf Basis der gesetzlichen Sachmängelhaftung. Zwölf Jahre Garantie gibt es gegen Durchrostung. Eine Mobilitätsgarantie gibt Ford für zwei Jahre ab Erstzulassung. Gegen Aufpreis können Ford Partner Garantie und Mobilitätsgarantie bis zum fünften Jahr verlängert werden (Ford Protect Garantie-Schutzbrief plus). Alle 60.000 km muss der Fiesta zur Inspektion, alle 20.000 km oder einmal im Jahr sind Ölwechsel und Sicherheitskontrolle nötig. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 17 / 24 / 25 (KH / VK / TK, nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.

© Juli 2005
Petra Grünendahl
, Fotos: Ford

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