Audi A6

Fahrbericht.
Audi A6
Sportlich, elegant, stilvoll
Von Petra Grünendahl

Nach sieben Jahren Laufzeit löst der neue A6 die alte Ingolstädter Obere Mittelklasse jetzt ab. Markanter im Design, eleganter in der Linienführung und kraftvoller im Auftritt ist der Neue eine beeindruckende Erscheinung. Besonders der ausgeprägte, durchgezogene verchromte Zierrahmen um den Kühlergrill zieht die Blicke auf sich.

In wie weit Audi hiermit die „sportlichste und progressivste Business-Limousine“ auf die Räder gestellt hat, versuchten wir auf ersten Ausfahren mit dem neuen Modell mit verschiedenen Motorisierungen zu erkunden.

 

Vier Türen bieten bequemen Zugang, Platz haben Passagiere vorne wie hinten reichlich. Dafür ist aber die Übersicht über die doch mächtig groß geratene Karosserie ist nicht berauschend und die optionale Einparkhilfe für vorne und hinten natürlich eine wertvolle Hilfe. Mit seinen mehr als üppigen 546 Litern Laderaum taugt der A6 auch für den Familienurlaub.

Die Materialqualität erfüllt ebenso wie die Verarbeitung höchste Ansprüche an eine Premium-Limousine. Eher funktional und klassisch ist die Gestaltung von Innenraum und Armaturentafel. Das Cockpit ist trotz der vielen Funktionen noch einigermaßen übersichtlich und gut zu handhaben, ohne dass sie übermäßig vom Geschehen auf der Straße ablenkt. Das Lenkrad ist zwar elektrisch in Höhe und Abstand verstellbar, allerdings geht es für Leute mit nicht so langen Beinen nicht nah genug an das Armaturenbrett zu schieben. Ablagen finden sich im Handschuhfach, in allen vier Türen sowie in der Mittelkonsole.

Schon in der Basisversion ist der A6 sehr komfortabel, mit den verfügbaren Extras wird er zum Luxus-Auto. Ab der Basisversion mit dem 2,4-Liter-Benzinmotor kommt der A6 mit all den kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie einer funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, Komfortklimaautomatik, Licht- und Regensensor, dem integrierten Bedienkonzept MMI basic (mit integrierter Radioanlage inkl. CD-Spieler), beheizbaren Scheibenwaschdüsen, Wärmeschutzverglasung sowie Halogenscheinwerfern. Aufpreis kosten bei der Basismotorisierung u. a. Extras wie eine Einparkhilfe, Bi-Xenon-Licht, das Adaptive Frontlicht (Kurvenlicht), ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem (advanced key), eine Geschwindigkeitsregelanlage, das integrierte Bediensystem MMI basic plus oder das (etwas umfangreichere) MMI, Navigationssystem, die Komfortklimaautomatik plus (mit getrennter Luftregelung für Fahrer und Beifahrer, separaten Ausströmern im Fond und automatischer Umluftregelung), Lederausstattung, 16-Zoll-Alu-Gussräder und elektrisch einstellbare Vordersitze.

Ab dem 3.2 FSI und dem 3.0 TDI umfasst die Serienausstattung zusätzlich 16-Zoll.-Aluminium-Gussräder mit breiteren Niederquerschnittsreifen sowie eine asymmetrisch geteilt umlegbare Rückbanklehne. Das Topmodell, der 4.2 quattro, fährt darüber hinaus mit 17-Zoll-Aluminium-Gussrädern, Holz-Dekoreinlagen, einer Diebstahlwarnanlage, dem Fahrerinformationssystem FIS mit Bordcomputer, einem Fahrerinformationssystem mit Check-Control, Funkuhr und Anzeigen-Umfänge des MMI-Systems sowie Ledersitzen, elektrisch einstellbaren Vordersitzen inkl. Sitzheizung, Geschwindigkeitsregelanlage und Komfortklimaautomatik plus vor.

 

Vier Motoren sind ab dem Start des Modells verfügbar. Die Einstiegsmotorisierung, ein 2,4-Liter-Sechszylinder mit 177 PS, und der 4,2-Liter-Achtzylinder-Topmotor der Baureihe sind bekannt. Neu entwickelt wurden ein 3,2-Liter-FSI-Sechszylinder mit 255 PS und ein 3-Liter-TDI mit 225 PS. Schon der 2.4 bietet einen ausreichend souveränen Antrieb und eine akzeptable Leistungsentfaltung in dieser Klasse. Mehr Spaß macht natürlich der 3.2 FSI, der nicht nur für den A6 neu entwickelt, sondern einfach wie für dieses Auto gemacht wurde. Der ebenso neue 3.0 TDI konnte – er ist einzig mit der Sechsstufen-Tiptronic verfügbar! – mit seiner Leistung nicht so recht überzeugen, was aber nicht unbedingt am Motor liegen muss. Alle drei Sechszylinder-Motoren glänzen mit ihrem ruhigen und vibrationsarmen Lauf. Sehr kultiviert und für den Fahrer wenig spürbar gehen sie beim gelassenen Fahren zu Werke, was sie als ideale Langstrecken-Begleiter empfiehlt. Die sportliche Spitze, den 4.2 quattro, sind wir noch nicht gefahren.

Mit Basismotor erreicht der A6 eine Höchstgeschwindigkeit von 231 km/h, mit 3-Liter-TDI von 243 km/h, die anderen Modelle werden bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Die beiden Sechszylinder-Motoren liegen trotz unterschiedlicher Hubräume im Verbrauch auf gleichem Niveau: 14,3 Liter Superbenzin je 100 km in der Stadt, 7,1 Liter außerhalb sowie 9,7 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Der Achtzylinder verbraucht natürlich ebenso mehr wie die Automatik-Version des FSI-Motors. Der TDI ist sparsamer (11,8/6,3/8,3 Liter), auch wenn er als Sechszylinder natürlich mehr verbraucht als ein Vierzylinder-Motor. Alle vier für den A6 verfügbaren Motoren erfüllen die Abgasnorm EU4.

Der Basismotor ist nur mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung verfügbar, der 3.2 FSI ist mit manueller wie mit automatischer Schaltung (Sechsstufen-Tiptronic) zu haben, aber die Automatik gibt es wiederum nur mit quattro-Antrieb. Der Top-Benziner und der Selbstzünder sind entsprechend beide nur mit Sechsstufen-Tiptronic in Verbindung mit dem quattro-Antrieb im Programm. Schön ist die manuelle Schaltung: leichtgängig und präzise zu führen, der Pedalweg der Kupplung ist nicht zu lang. Das Sechsstufen-Automatikgetriebe hingegen kann einen überzeugten Handschalter nicht begeistern.

 

Die beiden Sechszylinder-Benziner kommen mit Frontantrieb, der 3.2 FSI ist aber optional auch mit quattro-Fahrwerk verfügbar. Der 3.0 TDI und der 4.2 sind nur mit dem permanenten Allrad-Antrieb mit Torsen-Mittendifferenzial zu haben. Mit seinen 2,84 m Radstand verfügt der A6 über eine gute Straßenlage und ruhigen Geradeauslauf. Mit seiner recht direkten Lenkung fährt er sich eher sportlich, die Lenkung bietet einen guten Fahrbahnkontakt. Fast schon agil und dynamisch lässt sich die Ingolstädter Limousine dank seines Dynamikfahrwerks um Ecken und Biegungen dirigieren. Auch bei flotterer Fahrt bietet das Fahrwerk mehr als ausreichende Reserven, das gilt sowohl für Front- wie für den quattro-Antrieb, der auch bei zügiger Kurvenfahrt nicht mit tückischen Lastwechselreaktionen kontert. Das serienmäßige ESP bekommt insgesamt eigentlich wenig zu tun, was für die Klasse des Fahrwerks spricht.

Der A6 mit fast allen Fahrwerksregelsystemen ausgestattet, die in dieser Klasse üblich sind: Antriebsschlupfreglung ASR, elektronisches Stabilitätsprogramm ESP, elektronische Differenzialsperre EDS sowie Bremsen mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung, Bremsassistent und Bremskraftverstärker. Audis obere Mittelklasse ist insgesamt eher komfortabel ausgelegt, nicht zu weich und ohne dass die nötigen Sicherheitsreserven fehlen. Ein Komfortauto mit einem gut dosierten Schuss Sportlichkeit.

Die Sechszylinder-Modelle sind ausgestattet mit 16-Zoll-Leichtmetallrädern, beim 2.4 mit 205/60er Reifen, der 3.2 FSI und der 3.0 TDI fahren mit 225/55er Bereifung. Die Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet), elektronischer Bremskraftverteilung, Bremsassistent und Bremskraftverstärker macht beim Bremsen eine gute Figur: Sie bringt den Wagen schnell und sicher zum Stand. Ausgestattet ist der A6 mit einer elektromechanischen Parkbremse anstelle eines Handbremshebels. Am Hebelknopf ziehen bei getretener Fußbremse aktiviert sie, draufdrücken löst sie. Sie ist gut zu handhaben, da kann man auf die Rückmeldung beim Handbremshebel gut verzichten.

Serienmäßige Sicherheit bietet den Insassen die solide und auf hohe Crashfestigkeit ausgelegte Karosserie mit Bewegungsenergie abbauenden und gezielt deformierbaren Bauteilen, Schwellerversteifungen und Seitenaufprallschutz in den Türen. Im Fahrgastraum schützen Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Sitzen, aktive Kopfstützen vorne, Front- und Seitenairbags vorne (optional auch Seitenairbags hinten) sowie das Kopfairbagsystem sideguard für vorne und hinten. Zur Serienausstattung gehören alle Fahrwerksassistenten. Aufpreis kostet allerdings das Bi-Xenon-Licht.

 

Ab dem 23. April steht der neue A6 beim Händler. Der Einstieg in Audis Obere Mittelklasse beginnt bei 33.000 Euro. Der 3.2 FSI steht ab 40.700 Euro in der Preisliste (quattro ab 45.40 Euro), der 3.0 TDI ab 42.900 Euro. Das Topmodell, der 4.2 quattro, schlägt mit Preisen ab 60.000 Euro zu Buche.

Ölwechsel und Inspektionen sind abhängig von Fahrweise und Einsatzbedingungen und werden über die Service-Anzeige ausgegeben, sind spätestens aber nach zwei Jahren fällig. Der Audi-Händler gibt zwei Jahre Gewährleistung auf das Fahrzeug, drei Jahre auf den Lack und zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Audi gibt eine Mobilitätsgarantie für zwei Jahre ab Neuzulassung und bietet einen LongLife-Mobilservice beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Die Versicherungen stufen das Einstiegsmodell in die Typklassen 15 / 20 / 25 (KH / VK / TK – nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung), das Topmodell in die Klassen 21 / 29 / 28 ein.

© März 2004
Petra Grünendahl
, Fotos: Audi

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2 Kommentare zu Audi A6

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