Audi A3 3.2 DSG

Testbericht.
Audi A3 3.2 DSG
Dezenter Kracher
Von Petra Grünendahl

Sportwagen müssen rot sein! Was für einen Ferrari gilt, kann ja für einen sportlichen Audi nicht verkehrt sein. Von der Optik unterscheidet sich der A3 3.2 quattro, das sportlichen Topmodell der Premium-Kompakt-Baureihe aus Ingolstadt, allerdings nicht von seinen schwächer motorisierten Brüdern. Der Quattro-Schriftzug im Kühlergrill vorne und hinten an der Heckklappe weist nicht nur beim 3.2 auf den Allrad-Antrieb hin. Sogar den fast nur angedeuteten Dachflügel mit der integrierten dritten Bremsleuchte und den verchromten Doppelrohr-Auspuff haben die anderen auch.

Bereits vor der Markteinführung hatten wir Bekanntschaft mit dem neuen Audi A3 machen können. Mit dem 3,2-Liter-Sechszylinder-A3 fuhr bei uns nun das in Brillant-Rot lackierte sportliche Topmodell der Baureihe vor. Den 3.2 gibt es nur mit dem Allrad-Antrieb quattro und in der Ausstattungslinie Ambition, unser Testwagen verfügte zudem über das innovative Direktschaltgetriebe DSG.

 

Den sportlichen A3 gibt es bislang nur als Dreitürer. Dafür erleichtert die Easy-Entry-Funktion an beiden Vordersitzen den Zugang für die Fondpassagiere. Ausreichend Kniefreiheit haben sogar die Insassen auf der Rückbank, solange vorne keine Riesen sitzen. Die sportlich konturierten, straffen Vordersitze bieten guten Sitzkomfort und ausgezeichneten Seitenhalt. Die Rückbank verfügt ebenfalls über zwei gut konturierte (Außen-)Plätze, der Mittelsitz ist daher eher nur für kurze Fahrten geeignet. Die Übersicht über die Karosserie ist vom Fahrersitz aus nicht berauschend, eine optional erhältliche akustische Einparkhilfe für hinten (leider nicht für vorne verfügbar) hilft sehr. Die Rückbanklehne ist asymmetrisch geteilt umlegbar. Das erweitert das bescheidene Laderaumvolumen von 281 Litern auf immerhin 1.031 Liter.

Das Interieur ist in Kieselgrau/Hellgrau gehalten. Das Cockpit macht sportliche Anleihen beim TT mit Chromumrandungen und ähnlichem Zierrat, aber das tut auch schon das A3-Basismodell. Die Verarbeitung ist ebenso tadellos wie die qualitative Anmutung. Auch in punkto Bedienung liegt der A3 gut in der Hand: Die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet und stellen den Fahrer im Verkehr nicht vor Probleme. Fächer und Ablagen sind zahlreich zum Verstauen des unvermeidlichen Kleinkrams vorhanden (zum Teil als Bestandteil des Ablagen-Pakets), wobei sich allerdings die Passagiere in der zweiten Reihe mit den Taschen an den Rückseiten der Vordersitzlehnen begnügen müssen.

Serienmäßig ist der A3 ausgestattet mit elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, einer funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern, Wärmeschutzverglasung mit Colorstreifen an der Frontscheibe und einem manuellen Fünfgang-Schaltgetriebe. Der Fahrersitz ist manuell höhenverstellbar. Der Top-A3 ist nur in der Ausstattungslinie Ambition verfügbar und hat damit zusätzlich unter anderem Sport-Komfortsitze vorne, das Fahrerinformationssystem FIS, ein 3-Speichen-Sportlederlenkrad (mit Schaltfunktion), einen hochklappbaren Sonnenschutz auf der Gepäckraumabdeckung, 17-Zoll-Alu-Gussräder und Nebelscheinwerfer mit an Bord. Auch der Beifahrersitz ist höhenverstellbar. Die Außenspiegel sind auch im A3 3.2 nur elektrisch einstellbar, die Beheizbarkeit ist gegen Aufpreis zu haben. An aufpreispflichtigen Extras fuhr unser Testwagen außerdem u. a. mit Komfortklimaautomatik, Navigationssystem, Radioanlage concert (mit CD-Spieler), Geschwindigkeitsregelanlage, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, einer elektrisch einstellbaren Lendenwirbelstütze für Fahrer- und Beifahrersitz, Sitzheizung für die Vordersitze, beleuchteten Spiegeln in den Sonnenblenden, dem Ablagepaket und Lederausstattung vor.

 

Nur das 3.2 an der Heckklappe deutet optisch auf den Sportler hin: aus sechs Zylindern mit insgesamt 3,2 Litern Hubraum schöpft der Motor 250 PS. Das reicht satt für einen hervorragenden Antritt, exzellenten Durchzug und eine traumhafte Leistungsentfaltung. Das fördert nicht aber unbedingt eine ökonomische Fahrweise, sondern mehr die „Freude am Fahren“. Dabei glänzt der Sechszylinder-A3 mit seiner Laufkultur: Ruhig und vibrationsarm spielt er seine Karten unauffällig im Hintergrund aus. Lediglich bei einem herzhaften Tritt auf das Gaspedal macht er sich – gewollt – akustisch bemerkbar.

Das innovative Direktschaltgetriebe (DSG) kann mit seinen sechs Gängen auch von Hand – auch über Schaltwippen am Lenkrad – geschaltet werden. Das ist aber überflüssig, denn schon die Automatik schaltet zügig rauf und runter, dass man selbst als überzeugter Handschalter schwach wird. Kunststück, verfügt doch das Direktschaltgetriebe über eine Doppelkupplung, bei der der nächste Gang – je nach Gangart der Nächsthöhere oder Niedrigere – bereits vorgewählt ist und der Gangwechsel deshalb ohne Unterbrechung des Kraftschlusses erfolgt. Zügig und kaum spürbar schaltet das Getriebe: So macht „Automatik fahren“ wirklich Spaß!

Der Audi A3 ist mit Direktschaltgetriebe der sportlichste A3: Er beschleunigt in 6,4 Sekunden von Null auf Tempo 100 (mit manueller Schaltung in 6,5 Sekunden!). Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Auch vom Verbrauch her ist der A3 3.2 mit dem Direktschaltgetriebe die bessere Wahl als das ebenfalls angebotene Sechsgang-Schaltgetriebe. Natürlich ist ein Sechszylinder keine Spardose: 13,8 Liter Super Plus schluckt er bei ökonomischer Fahrweise je 100 km Stadtverkehr (manuelle Schaltung: 14,8 l), 7,5 Liter sind es außerorts (8,2 l) und 9,9 Liter (10,6 l) im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Der Motor begnügt sich aber auch – bei leicht erhöhten Verbrauch und etwas weniger Leistung – mit Superbenzin. Der Motor erfüllt sowohl mit manuellem Schaltgetriebe als auch mit dem Direktschaltgetriebe die Abgasnorm EU4.

 

Als Top-Motorisierung ist der A3 3.2 ausschließlich mit permanentem Allradantrieb quattro verfügbar. Das garantiert beste Traktion, die 250 PS ohne Reibungsverluste auf die Fahrbahn zu bringen. Tadellos ist auch der Geradeauslauf, selbst bei höherem Tempo. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung (servotronic) ist sehr direkt ausgelegt, was dem A3 in Verbindung mit dem sportlichen Fahrwerk Dynamik und Agilität verleiht. Schnell und präzise folgt das Fahrzeug den Lenkbefehlen des Fahrers, sicher und spurtreu auch in schnellen Kurven. Flott gefahren birgt der Top-A3 ein immenses Spaßpotenzial! Der hervorragend abgestimmte Allradantrieb bringt den Ingolstädter auch in den Kurven nicht aus der Ruhe, tückische Lastwechsel sind ihm auf trockenen Straßen fremd, lediglich ein sehr leichtes Untersteuern kündigt den hoch angesiedelten Grenzbereich an. Sauber absolviert er plötzliche Spurwechsel, Ausweichmanöver und Slalomfahrten.

Auch das sportliche Top-Modell aus Ingolstadt fährt serienmäßig mit dem Fahrwerk seiner schwächer motorisierten Brüder vor, lediglich die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist auf die Motorisierung abgestimmt und beim V6 etwas straffer und sportlicher getrimmt, ohne jedoch wirklich unkomfortabel zu sein. Ein tiefer gelegtes Sportfahrwerk ist allerdings optional verfügbar. Unser Testwagen stand auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit Winterreifen im Format 205/50. Standardmäßig steht der 3.2 quattro auf 225/45er Gummis. Die Bremsen (innenbelüftete Scheibenbremsen rundum) sind der hohen Leistung angepasst großdimensioniert und leistungsfähig: Entsprechend verzögern sie im Notfall schnell, sicher und standfest.

Passive Sicherheit bieten die Stahlkarosserie mit definierten Knautschzonen rundum, Rohbauverstärkungen und zusätzlichem Flankenschutz in den Türen, Drei-Punkt-Gurten und Kopfstützen für alle fünf Sitzplätze (mit aktiven Kopfstützen vorne), Front- und Seitenairbags vorne sowie das Kopfairbagsystem „sideguard“ für vorne und hinten. Die Kindersitzvorrüstung Isofix für Beifahrersitz und äußere Fondsitze kostet extra. Und auch Xenon-Scheinwerfer gibt es im sportlichen High-Tech-Topmodell nur gegen Aufpreis. An Fahrwerksregelsystemen verfügt der A3 serienmäßig ab dem Basismodell über eine Antriebsschlupf-Regelung ASR, die elektronische Differenzialsperre EDS und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Der kompakte Ingolstädter ist bestückt mit einer Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheibenbremsen (beim 3.2 quattro rundum innenbelüftet), ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent.

 

Ab 19.050 Euro steht der Audi A3 in den Preislisten. Unsere Version mit 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor und Direktschaltgetriebe (DSG) ist ab 33.250 Euro zu haben. Aufpreis kosten in unserem Testwagen Extras wie Lederausstattung, Sitzheizung vorne, die Radioanlage concert, das Navigationssystem und die Zwei-Zonen-Klimaautomatik.

Ölwechsel und Inspektionen sind abhängig von Fahrweise und Einsatzbedingungen und werden über die Service-Anzeige ausgegeben, sind spätestens aber nach 30.000 km oder maximal zwei Jahren fällig. Der Audi-Händler gibt zwei Jahre Gewährleistung auf das Fahrzeug, drei Jahre auf den Lack und zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Audi gibt eine Mobilitätsgarantie für zwei Jahre ab Neuzulassung und bietet einen LongLife-Mobilservice beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 17 / 23 / 23 (KH / VK / TK – nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.

© März 2004
Petra Grünendahl
, Fotos: grü / IN*TEAM

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