Audi TT Roadster 1.8

Testbericht.
Audi TT Roadster
Mächtig spaßig, wenn auch nicht so richtig spritzig
Von Petra Grünendahl

Er erscheint ja nicht ganz so rund wie sein geschlossener Bruder. Ob mit geschlossenem Stoffverdeck oder offen – wenn das Heckbürzel richtig ins Auge fällt –, zeigt er mehr Linien und Kanten. Und das steht ihm definitiv sehr gut!

Wie das Coupé ist der Roadster nur mit 1,8-Liter-Turbo-Vierzylindermotoren zu haben, als Einstieg ist aber die offene Variante mit der 150 PS starken Ausführung des 1.8T zu haben. Die Varianten mit 180 und 225 PS runden die Motorenpalette ab. Wir fuhren den TT Roadster mit der Einstiegsmotorisierung in der Lackierung Steppengras Perleffekt.

 

Reichlich Platz finden zwei Passagiere auf den straffen, gut konturierten Sportsitzen. Sowohl Knie- als auch Kopffreiheit sind großzügig bemessen. Die Sportsitze gehören zur Serienausstattung und bieten guten Seitenhalt auch bei rasanter Kurvenfahrt. Für den sportlichen Anstrich sorgen im Cockpit liebevoll gestaltete Alu-Applikationen. Das Armaturenbrett ist übersichtlich, Anzeigen gut einzusehen und Bedienelemente einfach zu handhaben. Das Handschuhfach und Netze in den Türen dienen der Ablage von Kleinkram, ebenso die Ablage unterm Handschuhfach, ein kleines Fach seitlich unter dem Lenkrad, ein Fach auf dem Mitteltunnel sowie verschließbare Ablagefächer hinter den Sitzen.

Nach dem manuellen Entriegeln des Verdecks verschwindet dieses elektrisch im Verdeckkasten. Die Persenning aus Hartkunststoff wird von Hand montiert. Das ist zwar lästig, aber mit etwas Übung recht einfach zu handhaben. Für die kalte Jahreszeit ist ein Hardtop als Zubehör verfügbar, so dass der TT Roadster auch als Ganzjahresfahrzeug eingesetzt werden kann. Der Laderaum fasst 220 Liter, was sogar für das Wochenend-Gepäck für zwei Personen reicht. Allerdings nimmt im Laderaum die Kunststoff-Verdeckabdeckung mächtig Platz weg.

Das Windschott gehört zur Sonderausstattung, allerdings macht es keinen großen Unterschied, ob mit oder ohne Windschott: Es zieht so oder so ganz schön! Ebenfalls nur als Sonderausstattung zu haben sind beim kleinsten Roadster Klimaautomatik und Sitzheizung, beim Coupé sowie den beiden stärkeren Roadstern sind sie Serie. Zur Serienausstattung gehören aber so kleine Annehmlichkeiten wie funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Sonnenblenden mit beleuchteten Spiegeln eine beheizbare Heckscheibe aus Glas sowie ein Fahrer-Informationssystem (FIS) mit Bord-Computer und Check-Control.

Der Turbo-Vierzylinder-Motor schöpft in dieser Version 150 PS aus turboaufgeladenen 1,8 Litern Hubraum, die über eine manuelle Fünfgang-Schaltung auf die Vorderräder übertragen werden. Das 150-PS-Aggregat ist der Einstieg in die Motorenpalette des TT Roadster, das Coupé ist dagegen nicht unter 180 PS zu haben.

Als Einstieg spricht er vor allem diejenigen Autofahrer an, die mit offenen Autos die gelassene Fortbewegung suchen. Dafür ist der TT Roadster sowohl im Antritt als auch im Durchzugsvermögen gut: Kein Sportler, aber immer noch zügig unterwegs und gut auch für schnelle Überholmanöver. Angemessen ruhig und vibrationsarm verrichtet er seine Arbeit unter der Motorhaube. Kalt liegt der mit einem Alu-Ring verzierte Schaltknauf in der Hand, warm ums Herz wird‘s dem Fahrer aber beim Betätigen desselben, der sich leichtgängig und präzise durch die Schaltkulisse dirigieren lässt.

Die lange Übersetzung der ersten beiden Gänge bremst ihn im Sprint auf Tempo 100, den er aus dem Stand in 8,9 Sekunden bewältigt, etwas aus. Bei 214 km/h liegt seine Höchstgeschwindigkeit, im Gegensatz zu den beiden stärkeren TT-Motoren (180 und 225 PS, die wollen Super Plus) gibt sich der kleine 1.8T mit Superbenzin zufrieden. Der Verbrauch hält sich mit 11,3 Litern auf 100 km in der Stadt, 6,5 Litern je 100 km außerorts sowie 8,3 Litern im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben) in Grenzen, was allerdings eine ökonomische Fahrweise voraussetzt. Im Test verbrauchte der häufig offen gefahrene Roadster bei viel Stadtverkehr und alles andere als ökonomischer Fahrweise 11,2 Liter. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.

Das serienmäßige Sportfahrwerk ist das Glanzstück bei unserem frontgetriebenem TT Roadster. Nicht so zickig wie mit quattro-Antrieb, sicher und neutral liegt der Fronttriebler auf der Straße. Dabei vermittelt die direkt ausgelegte Lenkung sehr guten Kontakt zur Fahrbahn. Dämpfer und Federn sind straff ausgelegt, vermitteln aber immer noch den nötigen Restkomfort.

Auch wenn der TT Roadster mit adellosem Geradeauslauf glänzt: Mehr Spaß macht er in der Kurve. Agil und dynamisch lässt er sich auch durch enge Kurven dirigieren. Bei sehr forschem Tempo deutet er dann den Grenzbereich durch leicht beherrschbares Untersteuern an. Das serienmäßige ESP braucht hier aber – im Gegensatz zur quattro-Version – kaum eingreifen, um das Fahrzeug stabil in der Spur zu halten. Plötzliche Spurwechsel absolviert er spurtreu und sicher, ebenso das wieder Einscheren auf die alte Spur.

Beitragen zur guten Straßenlage, aber auch zum straffen Fahrwerk tun sicherlich die aufpreispflichtigen 17-Zoll-Leichtmetallräder (Serie sind 16-Zöller) mit 225/45er Reifen. In Verbindung mit der Bremsanlage (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) und dem Bremsassistenten sorgen sie für den schnellen Stand, wenn der Fahrer eine Notbremsung hinlegt.

Die wichtigsten Sicherheitsfeatures gehören komplett zur Serienausstattung: Seitenaufprallschutz, Überrollbügel aus hochfestem Aluminium hinter den Kopfstützen, Drei-Punkt-Sicherheitsgurte und Kopfstützen auf beiden Sitzen, Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer bieten Schutz im Falle eines Unfalles. Aktive Sicherheitsfeatures umfassen ABS und Bremsassistent, elektronische Differentialsperre, Antriebsschlupfregelung und ESP. Xenonlicht gibt es nur gegen Aufpreis.

Ab 28.550 Euro ist der 150-PS-Roadster als das Einstiegsmodell zu haben. Zur Serienausstattung gehören neben den fast schon üblichen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens ein Fahrer-Informationssystem (inkl. Bordcomputer), Sportsitze und Sportlederlenkrad. Das Verdeck verfügt über eine beheizbare Heckscheibe aus Glas. Aufpreis kosten das Windschott, ein Elektronik-Paket (elektrische Verdeckbetätigung, Navigationssystem, Handyvorbereitung, Geschwindigkeitsregelung und Alarmanlage), die 17-Zoll-Leichtmetallräder (Serie 16-Zoll-Leichtmetaller), die Lederpolster, Klimaautomatik und Sitzheizung, Xenonlicht sowie Radio und CD-Wechsler. Auch ein Hardtop ist als Zubehör verfügbar.

Die Versicherungseinstufungen für den kleinsten TT Roadster lauten 12 / 19 / 32 (KH / VK / TK). Inspektionen sind nach Service-Intervallanzeige vorzunehmen und können entsprechend nach Intervallen bis zu 30.000 km je nach Fahrweise und Einsatzbedingungen fällig werden, spätestens jedoch nach zwei Jahren. An Gewährleistungen gibt Audi auf das Fahrzeug zwei Jahre, den Lack drei Jahre und die Karosserie 12 Jahre.

 

© November 2002 Petra Grünendahl, Fotos: grü / IN*TEAM

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