MG ZT-T

Fahrbericht.
MG ZT – T
Englischer Sport-Laster – englisches Sport-Laster?
Von Petra Grünendahl

 

Der MG ZT-T basiert auf dem Rover 75 Tourer, ist also ein ZT-Tourer. Er komplettiert die MG-Sportlimousinen-Reihe, die auf den entsprechenden Rover-Modellen aufbaut. Der ZR (Basis 25), der ZS (45) und der ZT (75) sind seit Oktober 2001 auf dem Markt, die sportliche Entsprechung des 75 Tourers folgte zwei Monate später.

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Dass hier sportlicher gefahren wird, verkünden von außen der markante MG-Kühlergrill mit poliertem Edelstahl-Frontgrill und Umrandung in Wagenfarbe, die tief hinuntergezogene Frontschürze sowie das Edelstahl-Auspuffendstück mit Hitzeschutzschild.

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Sehr gut konturierte, straffe Sportsitze laden in der ersten Reihe zum Einsteigen ein. Passagieren steht vorne wie hinten das Platzangebot eines geräumigen Mittelklasse-Kombis zur Verfügung. Der Laderaum fasst 400 bis 1.222 Liter. Die Rückbanklehne ist mit 60:40 asymmetrisch geteilt umklappbar, zur Serienausstattung gehört die Laderaumabdeckung, ein Gepäcktrennnetz ist nur als Sonderausstattung zu haben.

Übersichtlich in Anordnung und Bedienung ist das Cockpit gestaltet. Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türverkleidung sind sportlich in Rhodiumsilber gehalten. Teilleder-Sportsitze sowie Lenkrad, Schaltknauf und Bremshebel aus Leder sorgen für das entsprechende gehoben-sportliche Ambiente.

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Der 2,5-Liter-Sechszylinder-Motor ist mit seinen 190 PS eher brav. Nur 13 PS mehr Leistung als das Serienaggregat des 75 und 75 Tourer – das ist nicht allzu viel. Da wird MG Rover noch was Kräftigeres nachschieben (müssen), um dem sportlichen Anspruch der MG-Reihe gerecht zu werden. Dem Laster des schnellen Fahrens mag man mit diesem Laster noch nicht so recht fröhnen.

Der Motor glänzt vor allem durch seine Laufkultur. Ruhig und vibrationsarm ist er im Leerlauf kaum zu vernehmen. Gibt man etwas Gas, wird der Sound etwas kerniger und sportlicher, ohne jedoch akustisch aufdringlich zu werden. Antritt und Durchzug des Fronttrieblers sind ordentlich, wenn auch nicht richtig sportlich. In 8,7 Sekunden sprintet der Sporttourer aus dem Stand auf Tempo 100. Bei Tempo 220 wird es nicht mehr schneller, aber das reicht für zügige Reisen mehr als lässig aus.

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Wenig sportlich mutet der lange Kupplungsweg an, aber mit quietschenden Reifen anfahren hat ja auch was Sportliches. Knackig kurz und präzise hingegen verheißt die Fünfgang-Schaltung viel Freude. Wenig spontan sprechen die Bremsen an (innenbelüftete Scheibenbremsen rundum), aber dennoch sind sie im Notfall bissig und für kurze Bremswege gut. Da machen sich neben den großdimensionierten Bremsscheiben auch die breiten 18-Zöller (225/45er Querschnitt) positiv bemerkbar.

Der Verbrauch ist mit dem des ZT identisch: bei ökonomischer Fahrweise sind es 14,3 Liter Superbenzin in der Stadt, 7,3 Liter außerstädtisch und 9,8 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU3.

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Die Lenkung arbeitet leichtgängig und ermöglicht eine präzise Führung. Sportlicher als beim 75 Tourer ist nicht nur das Triebwerk. Optimiert wurde auch das Fahrwerk des 75 für den ZT: Straffer ausgelegt wurden Federn und Dämpfer des Sportfahrwerks, die Karosserie liegt etwas tiefer auf der Straße. Im Fahrverhalten ist der sportlichere Tourer sehr neutral und spurstabil, er kündigt den Grenzbereich durch leichtes Untersteuern an. Die sichere Straßenlage geht dabei aber nicht auf Kosten des Komforts. Allerdings ist der Sporttourer angesichts von knappen 1,6 t Gewicht alles andere als sportlich-agil im Handling.

Der Sicherheit dienen vier Airbags für die Frontpassagiere, die sich gegen Aufpreis durch Kopfairbags ergänzen lassen, sowie Kopfstützen und Dreipunkt-Gurte auf den Außenplätzen. Elektrische Fensterheber vorne sind Serie, hinten kosten sie Aufpreis. Schnelle Hilfe bei einem Plattfuß verspricht das IMS-System für temporären Reifendruckausgleich (Spraydose), ein Notrad bzw. vollwertiges Ersatzrad kosten Aufpreis. Den Fahrer unterstützen die Servolenkung sowie ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Zur Serienausstattung gehört neben der Wegfahrsperre eine einfache Alarmanlage.

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Ab 32.800 Euro ist der ZT-T zu haben. Die Serienausstattung ist sehr umfangreich, dazu gehören u. a. die 18-Zoll-Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer und Xenonlicht, Cassettenradio mit CD-Wechsler (6-fach), Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Klimaautomatik, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel sowie elektrische Fensterheber vorne.

Aufpreis kosten die Metallic-Lackierung (563 Euro), die Alarmanlage mit Innenraumüberwachung (350 Euro), die elektrischen Fensterheber hinten (333 Euro) und das Gepäcktrennnetz (246 Euro). Als Sonderausstattung sind darüber hinaus beheizbare Vordersitze (308 Euro), eine Geschwindigkeitsregelanlage (350 Euro) sowie ein Fahrersicherheitspaket (Bordcomputer mit Fahrerinformationssystem, automatisch abblendenden Innenspiegeln, Einparkhilfe hinten und Regensensor, 195 Euro) verfügbar.

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Rover gewährt drei Jahre Garantie auf das Fahrzeug sowie drei Jahre Mobilitätsgarantie – beides ohne Kilometerbegrenzung. Dazu kommen drei Jahre auf den Lack und 6 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Außerdem kann der Käufer über eine Anschlussgewährleistung für bis zu weitere drei Jahre gegen Aufpreis bekommen.

© Januar 2002 Petra Grünendahl, Fotos: grü / IN*TEAM

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