Ford Mondeo II 2.0

Testbericht.
Ford Mondeo 2.0 Ambiente Automatik
Solide Kölner Mittelklasse
Von Petra Grünendahl

 

Nicht mehr ganz so revolutionär wie noch bei den ersten Baureihen wirkt mittlerweile das New-Edge-Design. Oder hat man sich einfach nur dran gewöhnt? Der Mondeo spricht eher ein konservatives Publikum an, da darf das Design nicht so kompromisslos sein wie noch vor Jahren beim Ka. Die äußeren Linien des neuen Mondeo sind eher gediegen. Die Front ist allerdings auf den ersten Blick als Ford zu erkennen.

Mondeo

Im vergangenen Herbst kam die zweite Generation des Mondeo auf den Markt. Wir fuhren Fords Mittelklasse in der Basis-Ausstattung Ambiente in der Lackierung Aquarius Metallic. Angetrieben wurde er von einem 2-Liter-Ottomotor mit 145 PS, die Kraft gelang über eine Viergang-Automatik auf die Räder.

 

Größer ist das neue Stufenheck-Modell geworden: 17,5 cm länger, 6 cm breiter und 0,5 cm höher. Seine Gardemaße – 4,73 m Länge, 1,81 m Breite und 1,43 m Höhe – versprechen viel Platz. Reichlich Platz haben die Frontpassagiere, auch hinten sitzen zwei Passagiere gut, drei haben etwas wenig Ellenbogenfreiheit. Der Einstieg bereitet durch alle vier Türen keine Probleme.

Die mittlere Kopfstütze hinten verschwindet in der Rückbanklehne, wenn man sie nicht braucht, was wohl der Normalfall sein dürfte. Das ist gut für die Sicht nach hinten, die allerdings auch so nicht besonders gut ist. Hier empfiehlt sich ein Parkassistent, der gegen Aufpreis verfügbar ist.

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Solide und ohne Spielereien ist der Innenraum gestaltet. Die Anordnung der Anzeigen, Knöpfe und Schalter gibt keinerlei Rätsel auf. Auch an der Qualität und der Verarbeitung der Materialien kann man nichts aussetzen. Kunststoff-Lenkrad und Bremshebel verraten die einfache Ausstattung.

Der Kofferraum fasst 450 Liter, da Ford dem Mondeo mit 16-Zoll-Rädern ein vollwertiges Ersatzrad mitgegeben hat. Wer seinen Mondeo mit optionalen 17- oder 18-Zoll-Rädern ordert, bekommt nur ein Notrad, dafür aber 500 Liter Laderaum. Schon 450 Liter sind schön geräumig, außerdem ist der Laderaum gut nutzbar. Auch die 486 kg Zuladung sind ganz ok. Die Rücksitzlehne ist asymmetrisch geteilt, mit der schmalen Seite rechts.

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Bereits in der Basis-Version Ambiente ist die Serienausstattung recht gut. Die Klimaanlage sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, der elektrisch höhenverstellbare Fahrersitz mit einstellbarer Lendenwirbelstütze und Wärmeschutzverglasung sind Serie. Die vorhandene Sicherheitsausstattung lässt außer ESP nichts zu wünschen übrig. Allerdings zahlt man für elektrisch einstellbare Außenspiegel Aufpreis, elektrische Fensterheber hinten sind in der Ambiente-Ausstattung nicht verfügbar. Beide Sonnenblenden sind mit Spiegeln bestückt, als Sonderausstattung sind sie sogar beleuchtet zu haben. Das Brillenfach über dem Innenspiegel ist allerdings nur für die Sonnenbrille eines Nicht-Brillenträgers interessant. Zwei Mal über Kopf hantieren zum Wechsel der Brille kann es nicht sein.

 

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Der 2-Liter-Ottomotor mit 145 PS ist eine gute Wahl für den Mondeo mit seinen 1,4 t Leergewicht. Die Vierstufen-Automatik ist für einen eingefleischten Handschalter nicht das Gelbe vom Ei, aber sorgt bei passend dosiertem Umgang mit dem Gaspedal für ordentlichen Antritt und gute Leistungsentfaltung beim Beschleunigen. Die Automatik schaltet sauber rauf und runter. Beim bloßen Kickdown dreht der Motor aber nur unnötig hoch und zieht zäh an. Laufruhe und Durchzugsvermögen gehören zu den wirklich guten Seiten des Duratec-HE-Motors.

Wie sehr die Automatik die Motorleistung dämpft, verraten die Leistungsdaten: Von Null auf Tempo 100 braucht er 11,4 Sekunden, mit manueller Schaltung reichen 9,8 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der Automatik-Mondeo bei 190 km/h, der handgeschaltete Zweiliter-Mondeo schafft 215 km/h. Auch beim Verbrauch macht sich die Automatik recht deutlich bemerkbar. 13,1 Liter Superbenzin im Stadtverkehr, 7,3 Liter außerstädtisch und 9,4 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm – die Werte mit Schaltgetriebe liegen jeweils 1,4 bis 1,5 Liter darunter (alles Herstellerangaben). Immerhin erfüllt auch die Automatik-Variante des Zweiliter-Motors die Abgasnorm Euro 4.

Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sind kräftig und gut dosierbar. Große Räder (16 Zoll) mit breiten Reifen (205/55), große Bremsscheiben, elektronische Bremskraftverteilung und Bremsassistent sorgen für schnelle, spurtreue Verzögerung.

 

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Die präzise Lenkung vermittelt ausreichenden Fahrbahnkontakt. Sehr guter Geradeauslauf, problemloses Handling und eine leichte Tendenz zum Untersteuern in schnellen Kurven kennzeichnen das Fahrverhalten des Fronttrieblers. Plötzliche Spurwechsel meistert er spielend, folgt präzise den Anweisungen des Fahrers. Der Mondeo ist recht komfortabel abgestimmt, ohne Kompromisse in Bezug auf die Sicherheit einzugehen. Die aktive Sicherheit unterstützen ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent. Das Stabilitätsprogramm ESP ist nur gegen Aufpreis zu haben, nur im Sechszylinder-Mondeo ist es Serie.

Passive Sicherheit bieten Seitenaufprallschutz, fünf Sicherheitsgurte und fünf Kopfstützen, aktive Kopfstützen sowie Front- und Seitenairbags vorne, Kopf- und Schulterairbags vorne und hinten sowie Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Außenplätzen hinten. Die Frontairbags lösen in zwei Stufen je nach Schwere der Kollision aus. Leider gibt es in der Ambiente-Ausstattung hinten nur Fensterkurbeln, elektrische Fensterheber sind nicht verfügbar, die lieben Kleinen haben auf der Rückbank alles selbst im Griff.

 

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Mit Preisen ab 38.579 Mark ist der Mondeo ein gutes Angebot für seine Größe. Mit 2-Liter-Motor ist er ab Preisen von 42.197 Mark zu haben, als Automatik ab 44.691 Mark. Aufpreis kosten die Metallic-Lackierung (919 Mark), elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel (352 Mark), Nebelscheinwerfer (274 Mark), 7-Speichen-Leichtmetallräder (anstelle der serienmäßigen Stahlräder, 1.584 Mark) sowie das Audiosystem mit Radio und CD-Wechsler (1.878 Mark). Der Park-Pilot (880 Mark) sowie ESP (1.046 Mark, beim Sechszylinder-Motor Serie) sind empfehlenswert. Elektrische Fensterheber hinten sind nur für die gehobeneren Ausstattungsvarianten Trend und Ghia zu haben.

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Zwei Jahre Garantie gewährt Ford auf den Wagen, 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis kann man den Garantie-Schutzbrief die Gewährleistung inkl. EuroService auf bis zu fünf Jahre verlängern. Die Versicherungen stufen den Mondeo in die Klassen 17 /15 / 32 (KH / VK / TK) ein.

© November 2001 Petra Grünendahl, Fotos: grü / IN*TEAM

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2 Kommentare zu Ford Mondeo II 2.0

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