Alfa Romeo Sportwagon 2.0 Twin Spark

Testbericht.
Alfa Romeo Sportwagon
Sportlich-schickes Laster für die Freude an Kurven
Von Petra Grünendahl

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Schon von außen macht der italienische Sportkombi was her. Ein Laster mit sportlicher Eleganz, aber beileibe kein Lastesel. Elegante Linien zieren ihn vom verchromten Dreieck im Kühlergrill bis hin zum fast coupéhaften Heckabschluss mit Kombiheckklappe. Bis zur B-Säule ist der Sportwagon mit Alfa Romeos Erfolgsmodell 156 identisch. Das Heck ist eigenständig gezeichnet. Erst die Rückleuchten verraten wieder die Verwandtschaft zur 156er Limousine.

Motorisiert war unser Alfa Romeo Sportwagon mit dem 2-Liter-TwinSpark-Aggregat. Die Perlglanz Metallic-Lackierung Azzurro Nuvola besticht mit ihren changierenden Farben von leicht hellblau bis zu einem tiefen Perlmutt-Gold-Schimmer in Licht der untergehenden Sonne. Leider kommt die Farbe auf Fotos nicht annähernd zur Geltung.

 

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Das seitlich versetzte Nummernschild vorne hat bei Alfa Traditionen. Die 4,43 m lange, 1,75 m breite und 1,42 m hohe Kombi-Karosserie ist sehr aerodynamisch gezeichnet und bietet mit 0,30 einen ausgezeichneten cW-Wert. Bügelgriffe gewähren vorne Zugang zum Innenraum, die hinteren Griffe sind in die Karosserie integriert.

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Bequem ist der Einstieg durch vier Türen. Straffe, sportlich konturierte Sitze bieten vorne ausreichend Seitenhalt. Hinten sind auch die Außenplätze gut konturiert und bieten Langstreckenkomfort. Der mittlere Platz ist eher nur für Notfälle gedacht, hier gibt es auch nur gegen Aufpreis Drei-Punkt-Gurt und Kopfstütze. Die Kopfstütze kann dann allerdings in der Rückbanklehne versenkt werden, dass sie nicht stört, wenn man sie nicht braucht. So richtig gut ist der Blick nach hinten durch die Heckscheibe aber trotzdem nicht.

Das dynamische Erscheinungsbild mit dem früh in den Heckklappe übergehende Dach kostet natürlich Laderaum. Zwischen 360 und 1.180 Litern Gepäck fasst der Laderaum – kein Klassenprimus, aber wer nur auf den Nutzwert schaut, kauft sich ohnehin keinen Alfa. Diese Konstruktion der Heckklappe ermöglicht aber auch sehr groß Gewachsenen, sich problemlos unter der hoch aufschwingenden Klappe zu bewegen.

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Die Ladekante ist mit 68 cm für einen Kombi recht hoch, die Stufe dahinter erleichtert das Einladen schwerer Güter keinesfalls. Die Rückbanklehne ist asymmetrisch geteilt, mit den breiteren Teil rechts, um auch breite Gegenstände bis zum Armaturenbrett durchladen zu können. Kleine Fächer fassen den lästigen Kleinkram, der damit nicht mehr im Kofferraum rumfliegt.

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Klassische Rundinstrumente führen die sportliche Linie im Innenraum fort. Ansonsten ist das Armaturenbrett eher zurückhaltend gestylt und erdrückt den Fahrer nicht. Analoge Anzeigen sind hier kombiniert mit digitaler Anzeige von Außentemperatur, Tages- und Gesamtkilometern sowie dem Check Panel für geöffnete Türen und defekte Scheinwerfer. Die sparsame Instrumentierung lässt den Fahrer jederzeit den Überblick behalten – oder vielmehr durch die logische Anordnung den Blick auf der Straße belassen. Anzeigen sind schnell erfasst, Schalter lassen sich blind bedienen. Materialanmutung und Verarbeitung stimmen. Lederlenkrad und –schaltknauf sowie die Mittelkonsole in Titan-Optik sind Serie, wahlweise bekommt man ohne Aufpreis auch Mahagoni-Optik. Die Lederinnenausstattung mit Ledersitzen und Leder in den Türverkleidungen kostet Aufpreis. Ablagefächer sind in ausreichender Anzahl vorhanden.

Die Serienausstattung kann sich insgesamt sehen lassen. Sie umfasst fast alle Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens inklusive elektrisch einstellbarer Außenspiegel, funkfernbedienter Zentralverriegelung und Klimaautomatik. Einen Spiegel gibt es leider nur in der Sonnenblende des Beifahrers.

 

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Der 2-Liter-Benziner im Sportwagon ist ein Vierzylinder-Vierventiler mit der charakteristischen Doppelzündung mit vier Zündspulen und acht Zündkerzen, daher der Name „Twin Spark“. Er leistet 150 PS. Zwei Ausgleichswellen sorgen für eine Laufruhe, wie sie nur wenige Vierzylinder-Motoren besitzen. Kultiviert und vibrationsarm ist er auch beim leichteren Gas geben nur zu erahnen.

Die insgesamt knackig kurze Getriebeübersetzung der manuellen Fünfgang-Schaltung ermöglicht einen flotten Antritt. Die Schaltung ist präzise, die Schaltwege sportlich kurz. Für den sportlichen Durchzug braucht er Drehzahl. Sein maximales Drehmoment von 181 Nm liegt erst bei 3.800 U/min. an. Dennoch ist er nicht nur für sportlichen Antritt gut, sondern auch fürs gelassene Fahren.

Von Null auf Tempo 100 braucht der Sportwagon 2.0 gute 9 Sekunden. Bei 214 km/h ist seinem Vortrieb das Ende gesetzt. Beim Verbrauch wird die sportliche Ausrichtung des Motors deutlich. Im kombinierten Verbrauch nach EU-Norm verbraucht er 9 Liter Superbenzin auf 100 km. Außerstädtisch bei ökonomischer Fahrweise liegt er mit 6,9 Litern je 100 km auch nicht schlecht. Innerstädtisch kommt er trotz ökonomischer Fahrweise gerade auf 12,6 Liter (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die gängige Abgasnorm Euro 3.

Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sprechen spontan an, sind kräftig und gut dosierbar. Sie bringen den Wagen auch auf schneller Fahrt in Notfällen sicher zum Stand. ABS, elektronische Bremskraftverteilung und 205/60er Reifen auf 15-Zoll-Felgen optimieren die Wirkung der Bremsen.

 

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Die Straßenlage ist eines der absoluten Highlights am Sportwagon. Auf der Straße macht er seinem Namen alle Ehre. Spurtreu und mit tadellosem Geradeauslauf überzeugt er auf geraden Strecken. Sportlich agil und dynamisch meistert er jede Biegung. Die Lenkung ist herrlich direkt, vermittelt ausreichend Fahrbahnkontakt – und die helle Freude beim Fahren. Kurvenfreudig zieht er seine Bahn, untersteuert auch in sehr flotten Kurven kaum. Zielgenau folgt der Sportwagon den Lenkbefehlen des Fahrers. Plötzliche und doppelte Spurwechsel vollzieht er leichtfüßig und sicher.

In der Federung ist er eher straff abgestimmt, ohne jedoch unkomfortabel zu sein. Verfügbar ist zudem eine hydropneumatische Niveauregulierung mit tiefer gelegtem Fahrwerk (Aufpreis 958 Mark). Sie passt die Hinterachse des Fahrzeugs automatisch an geänderte Lastverhältnisse an, so dass der Wagen bei jedem Beladungszustand ideal auf der Straße liegt.

Die verwindungssteife Karosserie mit Seitenaufprallschutz, gezielten Karosserieverstärkungen und computerberechneten Knautschzonen wird zur erhöhten Sicherheit serienmäßig ergänzt durch Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Außenplätzen, vier Airbags für die Frontpassagiere, Laderaumabdeckung und Gepäcktrennnetz. Front- und Seitenairbags gehören zur Serienausstattung, Kopfairbags sind gegen Aufpreis (665 Mark) verfügbar. Die dritte Kopfstütze und der Dreipunkt-Gurt auf dem Mittelsitz hinten kosten Aufpreis, dafür ist die Kopfstütze aber versenkbar und behindert damit die Sicht nach hinten durch das relativ kleine Fenster nicht unnötig.

 

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Ab 43.811 Mark steht der Alfa Romeo Sportwagon in der Preisliste mit 1,6-Liter-TwinSpark-Motor. Die 2-Liter-Variante gibt es ab 50.460 Mark. Damit ist er auch preislich eine Alternative zu den durchweg teureren deutschen Kombis in diesem Segment.

Die Serienausstattung lässt dafür nicht viele Wünsche offen. Von den kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens von elektrischen Fensterhebern rundum und elektrisch einstellbaren Außenspiegeln bis hin zur serienmäßigen Klimaautomatik und der funkfernbedienten Zentralverriegelung.

Die Perlglanz Metallic-Lackierung Azzurro Nuvola (2.660 Mark), Leder-Innenausstattung (2.093 Mark) und das Cassetten-Radio (841 Mark) kosten extra. Das Gepäcktrennnetz oberhalb der Laderaumabdeckung sowie die Laderaumabdeckung sind Serie, ein zusätzliches Netz zum Sichern von Ladung im Gepäckraum sowie den Trennnetz unterhalb der Laderaumabdeckung gibt es gegen Aufpreis (244 bzw. 352 Mark).

Zwei Jahre Garantie inkl. Mobilitätsservice gewährt Alfa Romeo, dazu kommen acht Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung und drei Jahre auf den Lack. Anschlussgarantien gibt es gegen Aufpreis. Versicherungsmäßig ist der Alfa Sportwagon in die Typklassen 14 / 22 / 32 (KH / VK / TK) eingestuft.

© August/November 2001 Petra Grünendahl, Fotos: grü / IN*TEAM

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