Audi A2 1.4 TDI

Testbericht.
Audi A2 1.4 TDI
Nicht ohne Fahrspaß, der Kleine …
Von Petra Grünendahl

 

Seine Optik ist Geschmackssache, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. An die A-Klasse haben wir uns auch gewöhnt und der Audi A2 hat ja nun wenigstens ansatzweise eine Motorhaube. Und er fällt definitiv auf im Verkehr. Was er unter dem Blechkleid zu bieten hat, erfuhren wir in einem Testwagen in Atlantikblau Perleffekt mit 1,4-Liter-TDI (75 PS). Der Benziner verfügt ebenfalls über 1,4 Liter Hubraum und 75 PS. Neu im Programm ist jetzt der 3-Liter-A2 mit dem aus dem Lupo bekannten 1,2-Liter-TDI (61 PS).

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Die Sitzposition ist hoch, mit 1,55 m Höhe ist der A2 aber noch kein richtiger Van. Seine 3,82 m Länge und 1,67 m Breite verheißen Kleinwagenmäßigen Platz auf allen vier Sitzen. Zwei Einzelsitze auf der mittig geteilten Rückbank lassen auch die Fondpassagiere kommod reisen. Trotz des früh abfallenden Daches und der hohen Sitze haben hinten auch größere Leuten ausreichend Kopfraum. Als Sonderausstattung ist auch eine Rücksitzbank mit drei Sitzen, drei Kopfstützen und Beckengurt in der Mitte zu haben. Diese ist dann allerdings nur noch komplett umklapp- und ausbaubar.

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Das Cockpit ist eine graue Kunststoffwüste, da ist man von Audi ansprechenderes gewöhnt. Immerhin wirkt der Kunststoff nicht billig und ist gut verarbeitet. Das Armaturenbrett ist bedienerfreundlich und erlaubt, beim Fahren den Blick auf der Straße zu lassen.

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Die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen, aber vieles ist nur gegen Aufpreis zu haben. Elektrisch einstellbare Außenspiegel, Zentralverriegelung, Wärmeschutzverglasung, Entriegelung der Heckklappe auf Knopfdruck (hochheben muss man sie allerdings noch selber), Kindersicherung in den hinteren Türen, elektrische Fensterheber vorne, abdeckbare Innenspiegel in den Sonnenblenden, zwei Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Rücksitzen, Kopfstützen für alle (vier serienmäßigen) Sitzplätze, Rücksitzbank mit zwei variablen Einzelsitzen (getrennt klapp- und ausbaubar) gehören zur Serienausstattung.

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Der Kofferraum ist nicht besonders geräumig. Die 390 Liter Laderaum schließen wohl die Ladewanne unterhalb des doppelten Bodens (noch einmal 17 – 18 cm mehr Ladetiefe) mit ein, denn was darüber an Laderaum übrig bleibt, reicht zwar für zwei Einkaufskisten, nicht aber für den großen Einkaufskorb, der selbst im etwas schmaleren Opel Agila (1,62 m Breite, 240 Liter Laderaum) problemlos daneben zu verstauen ging. Nun gut, dafür ist der A2 ein Premium-Kleinwagen …

Mit nach vorne geklappten Rücksitzlehnen entsteht eine ziemlich ebene Ladefläche, doppelt nach vorne geklappt (oder komplett ausgebaut) und mit entferntem doppeltem Laderaumboden ist wiederum ein noch größeres Volumen ebenfalls völlig eben beladbar. Bis zu 1.140 Liter stehen bei dachhoher Beladung zur Verfügung. Zwischen fast 1,20 und 1,40 m Ladetiefe stehen mit doppelt geklappten bzw. ausgebauten Rücksitzen zur Verfügung. Bis zu 55 cm sind es mit Rücksitzen. Die Ladebreite ist jedoch mit 95 cm nicht gerade üppig, die Ladekante mit 70 cm recht hoch.

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Wenn man sich erst mal an den Motor gewöhnt hat, reicht Antritt und Durchzug für den flotten Stadtverkehr, aber auch auf Landstraßen völlig aus. Auf Autobahnen ist er innerhalb seiner Möglichkeiten für zügige Überholmanöver gut, hat aber seinerseits bereits gegenüber den meisten Kompakten das Nachsehen. Er läuft etwas rau und ist auch warmgelaufen nicht gerade leise. Aus Gewichtsgründen ist der A2 nämlich zum Innenraum hin nicht so üppig gedämmt. Steht man neben dem Wagen, macht sich der Motor weniger bemerkbar.

Mit der leichten Alukarosserie hat der Motor ziemlich leichtes Spiel. Nach kurzer Turbogedenksekunde sprintet er los. Fast schon temperamentvoll fährt sich der Kleine schon aus niedrigen Drehzahlen heraus, auch das Fahrwerk stellt den Fahrer kaum vor Probleme.

Mit seinen 75 Pferdchen unter der Motorhaube sprintet der A2 in 12,3 Sekunden von 0 auf Hundert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt wie beim gleich starken Benziner bei 173 km/h, allerdings ist der Verbrauch beim TDI niedriger. 5.6 Liter Diesel je 100 km in der Stadt, 3,5 Liter außerhalb und 4,3 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben), zumindest, wenn man sich mit dem Gasfuß zurückhält. Wer den spontanen Antritt mit dem Gaspedal sucht, verbraucht unweigerlich mehr.

Sehr gewöhnungsbedürftig ist die manuelle Fünfgang-Schaltung. Die Bremsen (Scheibenbremsen vorn, Trommelbremsen hinten) bringen mit Winterbereifung – 155/65er statt Sommerreifenformat 175/60 – keine Glanzleistung.

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Die Zahlstangenlenkung mit elektrohydraulischer Servounterstützung ist schön direkt ausgelegt und präzise, was trotz der hohen Karosserie für eine Portion Fahrfreude gut ist. Dank der sehr straffen Fahrwerksabstimmung neigt sich der kleine Audi in den Kurven nur wenig zur Seite und meistert sie, ohne den Fahrer vor große Probleme zu stellen. Er neigt im Grenzbereich zum leichten Untersteuern, liegt aber über einen weiten Bereich überaus neutral auf der Straße, ohne sich von schnellen Kurven groß beeindrucken zu lassen. Wenn es doch einmal zu schnell in die Kurve geht geht, greift das ESP ein, bevor es brenzlig wird.

Nägel mit Köpfen haben die Audi-Entwickler auch in punkto Sicherheit mit dem Fahrwerk gemacht. Agil tänzelt der Fronttriebler Schlangenlinien über den Asphalt, ohne große Seitenneigung oder ein Aufschaukeln der Karosserie. So trotz auch ein hochgewachsenes Auto locker jedem Elch. Die straffe Abstimmung lässt allerdings kaum Raum für komfortable Fahrt auf schlechten Straßen. Im Fahrverhalten neutral, dank der kurzen Karosserie und des kurzen Radstandes (2,40 m) fährt er sich außerordentlich wendig. Beim Fahren auf kurvigen Strecken ist er ganz in seinem Element und für jede Menge Spaß gut.

An Sicherheitsausstattung lässt Audi sich auch bei seinem Kleinsten im Stall nicht lumpen: eine hochfeste Aluminiumkarosserie mit Seitenaufprallschutz in den Türen, vier Airbags für die Frontpassagiere gibt es ebenso serienmäßig (gegen Aufpreis auch Sidebags) wie Isofix hinten, vier Drei-Punkt-Sicherheitsgurte und vier Kopfstützen. Die aktive Fahrsicherheit unterstützen ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, die Antriebsschlupfregelung ASR, die elektronische Differentialsperre EDS und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP.

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Der A2 ist preislich gegen die A-Klasse positioniert. Dafür darf der Käufer dann auch rund 31.978 Mark für den Benziner oder fast 34.912 Mark für den TDI auf den Tisch legen. Der ähnlich große Mazda Demio, der nicht in der Premium-Liga mitspielen will, ist allerdings schon ab knappen 22.000 Mark zu haben…

Die bislang schlechten Verkaufszahlen zeigen, dass der Markt den Premium-Preis nicht hergibt. Zumal sich diverse Extras zum Grundpreis noch hinzu addieren: Perleffekt- oder Metallic-Lackierung (821 Mark), Fernbedienung für die Zentralverriegelung (450 Mark), Diebstahlwarnanlage (479 Mark), Sideguard-Kopfairbags (753 Mark), Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe (156 Mark), das Fahrerinformationssystem FIS (450 Mark), elektrische Fensterheber hinten (469 Mark), Sitzhöhenverstellung für die Frontsitze (196 Mark), Sitzheizung (587 Mark), Gepäckraumabdeckung (156 Mark), doppelter Gepäckraumboden (235 Mark), Fußmatten vorne und hinten (108 Mark), Klimaautomatik (2.543 Mark), Lederlenkrad, Schalthebelknauf und -manschette (323 Mark), beleuchtete Spiegel in de Sonnenblenden von Fahrer und Beifahrer (127 Mark), Nebelscheinwerfer (264 Mark), Radio mit CD-Wechsler (1320 plus 724 Mark), Scheinwerferreinigungsanlage (391 Mark), Winterpaket (Außenspiegel und Waschdüsen beheizbar, 176 Mark), die Stoffausstattung Satellit (352 Mark) und Leichtmetallräder (ab 509 Mark).

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Die Versicherungseinstufungen (KH / VK / TK) – 16/14/25 für den Diesel, 12/11/18 für den Benziner – liegen auf verhältnismäßig günstigem Niveau.

Audi gibt ein Jahr Gewährleistung auf den Wagen sowie alle beim Audi-Partner eingebauten Original-Ersatzteile sowie drei Jahre auf den Lack, eine 12-Jahres-Garantie für die Karosserie und eine LongLife-Mobilitätsgarantie beim Einhalten der Wartungsintervalle. Der LongLife-Service erfolgt nach Service-Anzeige. Abhängig von Einsatz und Fahrweise sind Laufzeiten von bis zu 30.000 km beim Benziner und 50.000 km beim TDI möglich. Mindestens alle zwei Jahre muss der A2 allerdings doch zur Inspektion.

© April 2001 Petra Grünendahl, Fotos: grü / IN*TEAM

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