Renault Megane Cabrio 1.6

Fahrbericht.
Renault Mégane Cabrio 1.6 16V Sport
Gleitflug unter freiem Himmel
Von Petra Grünendahl

Ein neues Gesicht hat er in diesem Frühjahr bekommen. Mandelförmige Augen und einen stark an Nissans Double-Wing erinnernden in die Motorhaube integrierten Kühlergrill. Auch die Heckpartie wurde überarbeitet, die Heckleuchten neu gestaltet. Zudem werden neue Motoren angeboten. Die ansteigende Gürtellinie verleiht dem Cabrio ein Mehr an Solidität und Sicherheitsgefühl. In einem Mégane Cabrio 1.6 16V in der „Sport“-Version waren wir auf den Straßen unterwegs.

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Vorne sitzt man in den Sportsitzen gut und geräumig, hinten wird es für die Passagiere eng: Selbst wenn vorne normalgewachsenen Leute Platz genommen haben, bleibt hinten nicht viel Kniefreiheit. Kopffreiheit hat man dafür im Moment satt, weil wir bei Sonnenschein die Fahrt natürlich offen genießen.

Windig ist es vor allem im Nacken. Ein Rolli wäre zum „oben ohne“-Fahren besser gewesen, denn im Nacken zieht es ohne Windschott ganz schön. Die Frisur sollte auch bei 1,70 m großen Fahrern einigermaßen windfest gestaltet sein. Dafür zieht es im Gesicht nicht so übermäßig, daß meine trockenen Augen leiden müßten – und frische Luft gehört einfach zum Fahren unter freiem Himmel.

Der Kofferraum ist mit 281 Litern nicht gerade üppig, aber irgendwo will ja auch das Stoff-Verdeck, das in der Sport-Ausstattung elektrisch betätigt von ganz allein im Kofferraum verschwindet, untergebracht werden. Als Option bietet Renault eine Roadbox, die auf die Rückbank gebaut wird und dem nun zweisitzigen Roadster zusätzliche 182 Liter Stauraum gewährt. Die 1.700 Mark Aufpreis lohnen sich dafür in jedem Fall, denn als Sitzbank macht die hintere Reihe mangels Knieraum nicht viel her.

Mit spontanem Antritt und guter Elastizität überzeugt der 1,6 Liter-16V-Motor (107 PS). In 10,7 Sekunden sprintet der Fronttriebler von 0 auf Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Seine Leistung läßt er sich dabei nicht mit hohem Verbrauch bezahlen. Etwas über 8 Liter Superbenzin auf 100 Kilometern machen ihn zum sparsamen Vertreter seiner Gattung. Dabei erfüllt der Motor die D4-Abgasnorm.

Die Fünfgang-Schaltung läßt sich weich und präzise durch die Gänge schalten, allerdings sind die Schaltwege ein wenig lang geraten. Einen guten Eindruck hinterlassen die Bremsen (vorne innenbelüftete Scheiben, hinten Trommelbremsen), die das Cabrio rasch und spurtreu zum Stehen bringen.

Vor wenig Probleme stellt einen das Fahrwerk. Die Lenkung spricht direkt und präzise an. Gut läßt sich das frontgetriebene Cabrio auch um schnelle Kurven dirigieren, ohne dabei aus der Ruhe zu kommen. Die Federung ist ausreichend straff geraten, aber keineswegs unkomfortabel.

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Mit Servolenkung, elektronischer Wegfahrsperre, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Front- und Seiten-Airbags für Fahrer und Beifahrer, Seitenschutzverstärkung ist die übliche Sicherheitsausstattung serienmäßig vorhanden. Als Überrollbügel fungiert die verstärkte Windschutzscheibe.

Die 1.6 16V Sport-Ausstattung des Mégane Cabrio ist die Top-Version der offenen Baureihe. Der Grundpreis liegt bei 41.000 Mark. Die Klimaanlage kostet 1.990 Mark extra, die Sitzheizung für die Vordersitze 550 Mark, die Roadbox 1.700 Mark. Ansonsten ist alles, was das Autofahrerleben angenehm macht, serienmäßig vorhanden.

Renault gewährt ein Jahr Garantie ohne Kilometerbegrenzung, ein Jahr auf alle Reparaturen, Original-Teile und Original-Zubehör und 12 Jahre gegen Durchrostung. Die kleine Wartung ist alle 20.000 km (oder alle zwei Jahre) fällig, die große Inspektion alle 60.000 km.

© August 1999 Petra Grünendahl, Fotos: grü

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